Friedenspfeife am Airport

Plauderei mit Streuselkuchen: Die Geschäftsführerin des Flughafens Rostock-Laage suchte gestern das Gespräch mit Einwohnern Kritzkows. Thema: Lärmbelästigung durch Flugübungen am Wochenende. Auslöser war ein SVZ-Artikel am 5. September.

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15. Oktober 2008, 06:35 Uhr

Kritzkow/Laage - „Hilfe, die Flieger kommen!“, titelte die SVZ vor rund sechs Wochen über den Fluglärm rings um den Flughafen Rostock-Laage. „Die Übungsflüge nerven“, sagte damals z.B. Gerald Harder bei einem Vor-Ort-Termin. Er habe selbst die Uhr gestoppt: Alle vier Minuten düsen Flieger über den Laager Ortsteil. Übungsflüge, die laut Flughafen-Chefin Anna Maria Muller nötig seien. Muller reagierte; sie lud alle im Zeitungsbericht zitierten oder im Foto abgebildeten Anwohner zum persönlichen Gespräch. Das gab es gestern Nachmittag. Die SVZ durfte nicht lauschen. Muller: „Wir wollen kein Medien-Event daraus machen.“ Auch der Dolgener Bürgermeister war dabei.

Aufgehellte Gesichter dann im Anschluss. Gerald Harder, Petra Schack, Rosemarie Just, Rainer Hillay und andere Kritzkower sind zufrieden. Sie loben die Initiative der Flughafen-Chefin und hoffen auf Besserung. Muller habe erklärt, dass sie sich um die räumliche Verlegung der Übungsflüge bemühen werde. „Wenn es nur 200, 300 Meter wären“, so Rainer Hillay, dann könnte das dem Dorf schon enorm helfen. Ein Problem: Sobald die Flugzeuge abgehoben haben, sei nicht mehr der Flughafen, sondern die Piloten zuständig, nahmen die Kritzkower mit. „Es soll eine Route gefunden werden, sodass der Lärm erträglich wird“, erklärt Gerald Harder.

Enttäuscht ist der Kopf der Kritzkower Ortsteilvertretung, dass es beim Anliegen der Einwohner „keine Hilfe der Stadt Laage“ gegeben habe. Seit August 2007 beklagten die Kritzkower die häufigen Übungsflüge am Wochenende, zuletzt war dies Anfang September offiziell Thema. Harder: „Ohne die Presse hätte sich nichts getan.“ Vor allem die Ignoranz des Laager Bürgermeisters Uwe Heinze ärgere ihn. „Das ist eine Missachtung der Arbeit der Ortsteilvertretung“, so Harder. Er betont: „Es geht nicht da-rum, Stimmung gegen den Flughafen zu machen.“ Aber die Kritzkower wollten mit ihren Sorgen ernst genommen werden. Uwe Heinze polterte gestern Abend lautstark gegen Gerald Harder (nicht zitierfähig). Natürlich sei er als Bürgermeister involviert, habe den gestrigen Termin am Flughafen „mit organisiert“. Heinze: „Es gab im Vorfeld Absprachen.“

Flughafen-Chefin Anna Maria Muller wollte mit dem Treffen „den gegenseitigen Respekt erhöhen. Wir sind bemüht um gegenseitiges Auskommen“. Daher der Termin „mit Kaffee und Streuselkuchen“. Sie sichert zu: Der Flughafen werde mit dem Trainings-Kapitän der Lufthansa sprechen und eine Routen-Änderung vorschlagen. Bereits Ende kommender Woche könnte es eine Lösung geben. Weitere Gespräche mit Vertretern aus Kritzkow und Dolgen sollen folgen. Muller: „Wir sind im Dialog.“

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