Freundliche Helfer auf glatten Pisten

Hier drehten alle Räder durch: Aufgrund der Witterung  erhielt der Einzelhandel örtlich seine Ware mit Verspätung.  In Gadebusch half Jörg Abraham mit seinem Tatra, dass der Aldi-Laster  an die Laderampe und am Ende wieder den Berg hinauf zur B 208 kam.Maik Freitag
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Hier drehten alle Räder durch: Aufgrund der Witterung erhielt der Einzelhandel örtlich seine Ware mit Verspätung. In Gadebusch half Jörg Abraham mit seinem Tatra, dass der Aldi-Laster an die Laderampe und am Ende wieder den Berg hinauf zur B 208 kam.Maik Freitag

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01. Februar 2010, 11:58 Uhr

Gadebusch | Neuschnee von 30 Zentimetern und mehr, Verwehungen und frostige Nächte - seit dem Wochenende ist klar: Tiefdruckgebiet "Daisy" war Anfang Januar lediglich ein stürmisches Vorspiel auf das, was der Winter mit "Keziban" zumindest in Form von Schnee im Gepäck hatte.

Allerdings bremste der Winterzauber im Nordwesten am Wochenende den Fahrzeugverkehr auf den Straßen erneut aus. Zahlreiche Lebensmittelgeschäfte erhielten ihre Waren erst im Laufe des Sonnabends. Dank der Hilfe eines lokalen Bergungsteams freute sich ein Brummifahrer in Gadebusch, seine Fracht bei einem Supermarkt entladen zu können.

Sein Fahrzeug bewegte sich auf der schneeglatten Johannes-Stelling-Straße keinen Zentimeter von der Stelle. Erst mit Hilfe der Zugkraft von Jörg Abrahams vierachsigem Tatra-Bergungsfahrzeug erreichte der Lieferant sein Ziel, bevor er anschließend durch den Einsatz der Allradzugmaschine den "Gipfel" der verschneiten Johannes-Stelling-Straße in Richtung B 208 passierte.

Die Schlepptour mit dem Brummi war eine von mehreren Aktionen, die Abraham viel Lob für sein Engagement einbrachte. "Eigentlich sollte ich aus dem tief verschneiten Ganzow Leute nach Gadebusch bringen", so Abraham. Zu denen von der Außenwelt abgeschnittenen Ganzowern gehörte Thomas Dilewsky. Der Gadebuscher Gastwirt erwartete eine 20-köpfige Gesellschaft. Allerdings verhinderten Schneewehen eine Fahrt mit dem Pkw. Erst mit dem Tatra erreichte er die Altstadt, wo der Lkw auf der schneeglatten Johannes-Stelling-Straße den Tatra ausbremste.

Zur gleichen Zeit freute sich Brummifahrer Renee Krause auf seinen Feierabend. Doch das Abstellen seines Sattelzuges erwies sich am Sonnabend in Rehna als Problem. Ein Wendemanöver auf der Kreuzung Lindenstraße/Goethestraße missglückte. Die Folge: Der Sattelzug rutschte auf die Kreuzung und blockierte die Ausfahrtsstraße in Richtung Köchelstorf.

Gerd Pilzecker vom Amtshof Rehna befand sich gerade mit Traktor und Räumtechnik auf Tour. Er bot seine Hilfe an. Trotz des Einsatzes von Pilzeckers 110-PS-Maschine und eines gekoppelten 86-PS Traktors von Sebastian Kunze bewegte sich der Lkw nicht von der Kreuzung. Erst mit Unterstützung eines 300-PS-starken Traktors kam Krauses Laster nach zwei Stunden harter Arbeit wieder in die Spur.

Aufgrund der Witterungsverhältnisse sagten in anderen Orten die Organisatoren ihre Kulturveranstaltungen ab. Folglich führten in Lützow nur wenige Spuren im Schnee zur Eingangstür der Mensa. Von den "Tanzmäusen" gab es dort keine Spur. Sie sagten per Aushang ihren Auftritt ab. Versprachen aber, dass die Kulturveranstaltung Brüsewitzer und Lützower Kinder nicht gänzlich "in den Schnee fällt, sondern im März stattfindet".

Frank Abraham vom Caravaning Center Lützow wollte eigentlich mit frühlingshaften Aussichten seine Besucher auf die neue Saison einstimmen. Es kam anders. "Wir mussten unseren Fuhrpark erst einmal vom Schnee befreien", sagte Abraham. Aber so sei es nun mal mit dem Wetter. In Kürze wolle man erneut nach Lützow einladen.

Ähnlich wie Frank Abraham erging es am Sonnabend zahlreichen Nordwestmecklenburgern. Während die Winterdienste Bundes- und Landesstraßen relativ zügig beräumten, war in einzelnen Wohngebieten Eigeninitiative angesagt, um mit dem Auto vom Hof zu kommen.

Trotz der angespannten Lage gab der einberufene Krisenstab des Landkreises Nordwestmecklenburg am Abend Entwarnung: "Die Lage hat sich entspannt, wenngleich einige Straßen nur einspurig befahrbar sind", sagte Gerhard Rappen, Stellvertreter der Landrätin.

In der Nacht zum Sonnabend ereigneten sich nach Angaben der Polizeidirektion Schwerin in Westmecklenburg 45 Verkehrsunfälle. Es blieben Autos im Schnee stecken und blockierten unter anderem im Landkreis die Bundesstraße 106 in Richtung Wismar. Das Technische Hilfswerk Gadebusch erhielt einen Einsatzbefehl für die Stadt Crivitz. Dort drohte das Dach einer Gaststätte unter der Schneelast einzustürzen.

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