Güstrow : Freude über erste eigene vier Wände

Richtet sich schon häuslich ein: Die 18-jährige Sandra Burmeister zieht demnächst als eine der ersten  ins neue betreute Jugendwohnen des Güstrower DRK-Kinderheims in der Hageböcker Straße 2 ein. Sieglinde Seidel
Richtet sich schon häuslich ein: Die 18-jährige Sandra Burmeister zieht demnächst als eine der ersten ins neue betreute Jugendwohnen des Güstrower DRK-Kinderheims in der Hageböcker Straße 2 ein. Sieglinde Seidel

Im März ist es für Sandra Burmeister so weit. Dann wird die 18-Jährige endlich in Güstrow eine eigene Wohnung beziehen. Noch nie hat sie alleine gewohnt, lebt bisher noch im DRK-Kinderheim.

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22. Februar 2011, 10:19 Uhr

Im März ist es für Sandra Burmeister so weit. Dann wird die 18-Jährige endlich in Güstrow eine eigene Wohnung beziehen. Noch nie hat sie alleine gewohnt, lebt bisher noch im DRK-Kinderheim in der Prahmstraße. Doch das Kinder-Jugend-Wohnhaus genannte Güs trower Kinderheim kann sich jetzt durch die großzügige Schenkung des Hauses Hageböcker Straße 2 an das Deutsche Rote Kreuz in Güstrow wesentlich vergrößern. Drei Wohnungen für betreutes Jugendwohnen werden hier gerade eingerichtet.

Im Dachgeschoss des Hauses wird Sandra Burmeister ihr Domizil beziehen. Hier steht schon fast alles am richtigen Platz. Eine kleine Küche mit Theke, eine Couch ist auch schon da. Bald wird die 18-Jährige hier für sich selbst sorgen. "Ich freue mich riesig über die eigene Wohnung und habe nicht damit gerechnet, dass sie so schön ist", sagt Sandra Burmeister. In der Thomas-Müntzer-Schule absolviert sie gerade das Programm "Produktives Lernen", hat dadurch an zwei Tagen Schule und an drei Tagen übernimmt sie praktische Arbeit in der Güstrower Kindertagesstätte "Zwergenhaus". Derzeit ist Sandra Burmeister noch in der so genannten Trainingswohngruppe im Kinderheim in der Prahmstraße. Hier leben vier Jugendliche, um sich langsam vom Heim abzunabeln. Das heißt, für Kochen, Putzen und Einkaufen sind sie bereits selbst verantwortlich.

Ähnlich wird es in der Hageböcker Straße im betreuten Jugendwohnen. "Nur wenige Stunden wird hier ein Betreuer vorbei schauen, um Beratung und Unterstützung anzubieten", sagt Petra Wolter, stellvertretende Leiterin des Kinder-Jugend-Wohnhauses des DRK. Ihr Ziel: Die jungen Menschen auf das eigenverantwortliche Leben vorzubereiten. Drei Jugendliche werden demnächst von der Prahmstraße in die Hageböcker Straße wechseln. Aktuell betreut das DRK-Kinderheim in Güstrow 18 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren. Hierher kommen sie, weil es Krisen zwischen Eltern und Kindern gab oder weil sie aufgrund einer Kindeswohlgefährdung aus ihren Familien geholt wurden. Auch Waisen sind darunter. Manche bleiben ihre ganze Jugendzeit im Kinderheim. Ziel sei es aber immer, sie in ihre Familie zurückzuführen, erklärt Petra Wolter.

Das geschenkte Haus in der Hageböcker Straße ist für Petra Wolter ein "Glücksfall". Im Mai vergangenen Jahres suchte Ralph Kamenz aus Reinbek erstmalig den Kontakt zu Peter Struve, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes Güs trow. Er wollte sein Haus an einen Verein geben, mit der Maßgabe, es gemeinnützig zu nutzen. "Wir mussten erst einmal überlegen", so Struve. Dann wurde eine Lösung gefunden und seit September gehört es dem DRK. "Hier wird unser Jugendhilfezentrum entstehen", sagt der Vorstandsvorsitzende. Die ambulante Jugendhilfe wird gemeinsam mit der Jugendgerichtshilfe in die unteren Räume des Hauses einziehen. In den oberen Etagen werden die drei Wohnungen des Kinderheims eingerichtet.

"Die gesamte Jugendhilfe ist so unter einem Dach. Das bietet eine ideale Vernetzung aller Bereiche", freut sich Petra Wolter. Wenn alles nach Plan läuft, soll schon im März die Eröffnung des Hauses sein. Dann soll auch Ralph Kamenz eingeladen werden, der dieses Haus dem DRK-Kreisverband Güstrow geschenkt hat.

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