Freude über eine Langnase

2e914724.JPg
1 von 2

von
12. Juli 2008, 08:14 Uhr

Adolpho sieht etwas ulkig aus mit seiner überlangen Nase, dem fransigen Schwanz und den kurzen Stummelbeinchen mit den superlangen spitzen Krallen daran. Die Zoo-Besucher in Berlin fanden ihn allerdings sehr niedlich. Und die Pfleger im Zoo sind seinetwegen „ganz aus dem Häuschen“.

Adolpho ist ein Großer Ameisenbär – allerdings ist er noch ein Baby. Erst im Mai wurde er im Zoo in Berlin geboren. Seine Mutter kümmerte sich jedoch nicht richtig um ihn. Deswegen ziehen die Pfleger Adolpho mit der Hand auf. Für den Zoo ist Adolpho eine richtige „Sensation“.

Bisher ist es ihm nämlich noch nie geglückt, einen Ameisenbären mit der Hand aufzuziehen. Kein Wunder also, dass die Pfleger besonders stolz auf ihren Adolpho sind. In dieser Woche hat er sich zum ersten Mal den Zoo-Besuchern gezeigt.

Besonderes Merkmal Spaghettizunge
Eigentlich haben die Großen Ameisenbären einen ganz falschen Namen, denn Ameisenbären sind gar keine Bären. Sie sind Verwandte der Faul- und Gürteltiere. Ameisenbären haben keine Zähne, dafür aber eine ellenlange Zunge.

Die Tiere leben in der freien Natur in den Savannen und Steppen Südamerikas. Sie fressen Ameisen, Käferlarven und vor allem Termiten. Diese Insekten sehen Ameisen ähnlich und werden deshalb auch „Weiße Ameisen“ genannt. Mit seinen spitzen Krallen knackt der Ameisenbär die betonharten Termitenbauten auf. Hat er ein kleines Loch in den Bau gekratzt, schleudert er seine lange Spaghettizunge hinein. Da seine Zunge äußerst klebrig ist, bleiben viele Termiten daran hängen.

Um satt zu werden, braucht der Ameisenbär eine Menge Termiten. Deshalb muss seine lange und dünne Zunge besonders schnell sein. In einer Minute schleudert er sie fast 160-mal in die verzweigten Termitengänge hinein. So erbeutet 30 000 bis 40 000 Termiten am Tag. Der Ameisenbär ist auch schlau, denn er frisst ein Nest nie völlig leer: Er lässt immer einige Insekten übrig, die sich dann wieder vermehren können. So kann er auch in Zukunft noch Nahrung findet.

Leider gibt es immer weniger Ameisenbären, denn sie werden immer noch gejagt. Meistens geht es den Jägern nicht um das Fleisch, sondern um die dicke und widerstandsfähige Haut. Sie wird dann als Leder zu Schuhen verarbeitet. Aus den borstigen Schwanzhaaren macht man an vielen Orten Besen und Fliegenwedel. Und das obwohl der Ameisenbär eigentlich ein geschütztes Tier ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen