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Freizeit-Kapitäne und Schwimmer fest im Blick

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erstellt am 16.Mai.2010 | 06:45 Uhr

Schwerin | Mit bloßem Auge oder dem Fernglas beobachten sie Schwimmer und Wassersportler auf den Schweriner Seen, springen im Ernstfall sofort in die Fluten oder ihre Rettungsboote. Seit Sonnabend sind die Ehrenamtler von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes Schwerin (DRK) im Auftrag der Stadt wieder im Einsatz. "Bis zum 15. September von 9 bis 18 Uhr sind jetzt die Stationen am Zippendorfer Strand und an der Badeanstalt Kalkwerder besetzt", sagt Tim Buchholz, Kreisleiter der DRK-Wasserwacht. In den Sommerferien vom 12. Juli bis 21. August sorgen die insgesamt mehr als 30 Rettungsschwimmer, Bootsführer und Rettungssanitäter auch am Südufer des Lankower Sees für Sicherheit.

Bei einer Wassertemperatur von derzeit acht Grad erwarten die Retter vorerst keinen großen Ansturm von Badenden. "Seit Sonnabend sind die Eisheiligen aber vorbei, so dass es jetzt wohl wärmer wird", sagt Tim Buchholz. Der DRK-Nachwuchs scheute am Wochenende die Kälte nicht und startete plantschend in die Saison.

"Verunglückte Schwimmer, die vielleicht sogar wiederbelebt werden müssen, gibt es bei uns nicht so viele wie an der Ostsee", erzählt Tim Buchholz. Allerdings hat sich die Schweriner Wasserwacht im vergangenen Juli an der Einfa hrt vom Schweriner See zum Störkanal an der Suche nach einem 50-jährigen Vermissten beteiligt, der von einem Boot ins Wasser gesprungen und sofort untergegangen war. Der Mann konnte später nur noch tot geborgen werden (SVZ berichtete).

Viel zu tun gebe es im Sommer an den Badestellen aber trotzdem: "Wir verarzten Schnittwunden, die sich Badende durch Glasscherben zugezogen haben, versorgen von Insekten gestochene Patienten oder suchen ein im Getümmel untergetauchtes Kind", sagt Buchholz.

Aufwändiger seien die Einsätze zu Wasser, sagt der Kreis leiter: "Vor allem Hobby-Kapitäne von außerhalb unterschätzen die gefährlichen Untiefen." Die Stellen also, wo der See besonders flach ist. So würden Segler oder Motorbootfahrer trotz warnender Tonnen immer wieder etwa auf die Steine bei der Insel Kaninchenwerder auffahren. Auch die Winde auf dem Wasser, die plötzlich umschlagen könnten, seien nicht zu unterschätzen.

Ist ein Boot beschädigt oder gar gekentert, springen die Wasserwächter in ihr Katastrophenschutz-Boot und jagen in wenigen Minuten mit bis zu 50 Stundenkilometern zur Unglücksstelle. "Denn sind die Schiffbrüchigen im Wasser, droht Unterkühlung", so Buchholz. Da es auf den Seen keinen professionellen Abschleppdienst gebe, sei es meist die Wasserwacht, die beschädigte Boote an Land ziehe.

Das DRK-Team selbst verfügt in dieser Saison über zwei neue Rettungsboote, so dass insgesamt vier bereitstehen. Auch in puncto Wasserqualität hat Tim Bucholz gute Nachrichten: "Die ist sehr gut."

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