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Neuer Bundesfreiwilligendienst bietet Möglichkeiten für alle : Freiwillig im Einsatz: Alexandra Baron

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Alexandra Baron ist derzeit im Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Pflegeheim "Viertes Viertel" in Güstrow tätig. Sie ist eine von sieben Freiwilligen, die beim Kreisverband des DRKs diesen Dienst absolvieren.

Alexandra Baron läuft über den Flur im Pflegeheim "Viertes Viertel" des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Güstrow. Georg Hermann soll zum Essen geholt werden. Wenige Minuten später kommt sie mit dem 76-Jährigen zum Tisch im Wohnbereich. Alexandra Baron ist derzeit im Bundesfreiwilligendienst (BFD) tätig. Sie ist eine von derzeit sieben Freiwilligen, die beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes in der Pflege diesen Dienst absolvieren.

Ein Jahr in Beruf Altenpflegerin reinschnuppern

Seit dem 1. September gehört die 21-Jährige aus Güstrow zum Team im Pflegeheim in der Hollstraße. Sie hilft den Tisch einzudecken, geht bei der Grundpflege zur Hand und ist beim Spazierengehen dabei. "Es macht mir Spaß, mich mit den Bewohnern zu beschäftigen", sagt Alexandra Baron. Sie hatte eine Ausbildung zur Familienpflegerin aus finanziellen Gründen abbrechen müssen und freut sich über die neue Chance. Jetzt schnuppert sie ein Jahr lang in den Beruf einer Altenpflegerin hinein. Eines weiß Alexandra Baron schon nach zwei Monaten genau: "Ich möchte in die Altenpflege gehen".

Was für Alexandra Baron also eine Vorbereitung auf das künftige Berufsleben ist, ist für Björn Möller eine gute Überbrückungszeit. Der 26-Jährige ist als BFD-ler im Kinder- und Jugendwohnheim des DRK tätig. Das Gute für den Leiter des Hauses, Norbert Wernitz: Björn Möller kennt sich bereits aus. Er absolvierte seinen Zivildienst hier und war für drei Monate als Hausmeister geringfügig angestellt. Als sich jetzt diese Chance bot, freiwillig zu arbeiten, nahm der arbeitsuchende Elektriker gern an. Einkäufe erledigen, Gartenarbeit, Regale anbauen - die Beschäftigung ist vielfältig. Eines ist Björn Möller besonders wichtig: "Ich sitze nicht zu Hause und habe etwas zu tun."

"Wunderbare Unterstützung für Personal"

Beim Kreisverband des DRK sind sieben BFD-Kräfte in der Pflege tätig, zwei weitere im Kinderheim und zwei im Fahrdienst. Die Diakonie stellte kürzlich ihren ersten BFD-ler in der Bützower Sozialstation ein und der Förderverein Region Güstrow besetzte am 1. Dezember eine Stelle. "Etwa 20 Bewerbungen sind bei uns eingegangen und inzwischen haben wir die Bewilligung für zehn Stellen", freut sich Geschäftsführer Burkhard Bauer.

Für die Mitarbeiter von Institutionen und Verbänden ist die Einführung des BFD eine große Hilfe, nachdem am 1. Juli dieses Jahres der Zivildienst weggefallen ist. "Es ist eine wunderbare Unterstützung und Ergänzung für unser Personal", so Karola Ivens, Pflegedienstleiterin im Seniorenpflegeheim des DRK. Wer hier seinen Freiwilligendienst absolviert hat, weiß genau, was ihn in einem Pflegeberuf erwartet - dies ist einer der Gründe für einen solchen Einsatz.

Die Verantwortlichen in den Verbänden sehen in dieser Zeit außerdem Einsatz und Fleiß der BFD-ler und können dann besser ihre künftigen Auszubildenden auswählen. "Wir hatten schon Bewerber mit völlig falschen Vorstellungen des Pflegeberufes", sagt Ronald Hinkelmann, Heimleiter im Seniorenzentrum "Viertes Viertel". Dies könnte künftig vermieden werden.

Der Bundesfreiwilligendienst soll eine neue Kultur der Freiwilligkeit in Deutschland schaffen und möglichst vielen Menschen ein Engagement für die Allgemeinheit ermöglichen. Während ein Freiwilliges soziales Jahr nur Jugendliche von 16 bis 26 Jahren absolvieren können, ist beim BFD jede Frau und jeder Mann willkommen. Das heißt: Jeder kann einen solchen Dienst antreten, ob Senior oder Jugendlicher - Alter, Nationalität oder die Art des Schulabschlusses spielen keine Rolle.

Im Umkreis von 40 Kilometern rund um Güstrow sind derzeit über 70 freie Stellen registriert. Im Internet unter www.bundesfreiwilligendienst.de kann sich jeder Interessierte darüber informieren. Deutschlandweit sind schon mehr als 27 000 freie Plätze veröffentlicht, in Mecklenburg-Vorpommern werden von 58 Organisationen noch mehr als 250 freie Plätze angeboten.

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erstellt am 23.Dez.2011 | 10:39 Uhr

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