Frei getragen und tragfähig?

von
27. August 2008, 09:33 Uhr

Die Neugründungen von Schulen in freier Trägerschaft haben sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. 71 Privatschulen stehen 539 Schulen in staatlicher Trägerschaft gegenüber – 13 Prozent. Das ist nicht wenig. Immer dort, wo eine staatliche Schule aus Schülermangel schließt, gibt es den – verständlichen – Wunsch der Eltern eine Alternative für ihre Kinder zu schaffen. 58 Prozent der privaten Grundschulen ohne Orientierungsstufe haben weniger als 50 Schüler. Soweit die Fakten.

Selbst wenn die nahe Grundschule für die Kleinsten eine sehr schöne Lösung ist, stellt sich die berechtigte Frage: Wenn schon eine staatliche Schule am Standort aufgeben muss, kann dann ein privater Träger gute Schule machen? Das Bildungsministerium fürchtet, dass das pädagogische Angebot nicht mehr vergleichbar den staatlichen Schulen aufrecht erhalten werden kann. Der Verband Deutscher Privatschulen spricht von einer Flucht vor der schlechten Qualität der staatlichen Schule.

Fakt ist aber auch, dass dort wo private Schulen ein machbares Konzept anbieten, müssen sie zugelassen werden. Das hat Verfassungsrang. Wo jedoch die Konzepte blumiger sind als die Finanzierung, geht das nicht. Darüber entscheiden Gerichte. Das Leben entscheidet darüber, wo die Ausbildung tatsächlich besser ist. Und da fällt den Jüngsten oft genug der Übergang von der privaten zur staatlichen Schule nach der 5. Klasse schwer genug.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen