Ring-Kämpfe in der CDU : Franka Dietzsch sagt als Landtags-Kandidatin ab

Kein großer Wurf ist  Franka Dietzsch offenbar als Landtagskandidatin. Archiv
Kein großer Wurf ist Franka Dietzsch offenbar als Landtagskandidatin. Archiv

Schippert die Landes-CDU durch schweres Fahrwasser? Generalsekretär Vincent Kokert sagt Nein, aber: Die als Kandidatin für die Landtagswahl 2011 präsentierte Ex-Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch will nicht mehr antreten...

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12. November 2010, 08:12 Uhr

Schwerin | Schippert die Landes-CDU durch schweres Fahrwasser? Generalsekretär Vincent Kokert sagt Nein, aber: Die eben noch mit großem Jubel als Kandidatin für die Landtagswahl 2011 präsentierte Ex-Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch will nun doch nicht mehr antreten, im Müritzkreis proben Teile der Basis einen Aufstand gegen das dortige christdemokratische Urgestein und den Parlamentarischen Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Wolf-Dieter Ringguth, und dem erst im September in den Landtag nachgerückten Usedomer Abgeordneten Matthias Mantei wird von der Landesspitze nahegelegt, zu Gunsten des jetzigen Staatssekretärs im Wirtschaftsministerium, Stefan Rudolph, auf eine Direkt-Kandidatur 2011 zu verzichten.

Dass eine intern in Auftrag gegebene Umfrage eines großen Meinungsforschungsinstitutes, die der CDU verheerende Ergebnisse für die kommende Landtagswahl prognostizieren soll, der Grund für ein einsetzendes Hauen und Stechen um Posten ist, dementierte Generalsekretär Kokert gegenüber unserer Redaktion energisch. Eine solche Umfrage gäbe es nicht: Zum einen sprächen Kostengründe dagegen und zum anderen "bringt eine Umfrage zum jetzigen Zeitpunkt gar nichts, weil sich die Ergebnisse in der Politik innerhalb von zwei Wochen komplett drehen können", sagte er. Grundsätzlich sei festzuhalten, dass der Landesverband mit den Nominierungen in den Kreisen nichts zu tun habe, damit könne man sich "nur die Finger verbrennen". Es gäbe nichts schlimmeres, als den Mitgliedern vor Ort von außen einen Kandidaten aufzudrücken.

Dies sei auch nicht im Fall des Usedomers Mantei geschehen. Ein Gespräch mit Landesvorsitzenden Lorenz Caffier, Mantei, Staatssekretär Rudolph und ihm habe zwar stattgefunden, bestätigte Kokert Informationen unserer Redaktion. Dies sei aber auf Wunsch von Mantei und Rudolph zustande gekommen. "Ich habe dort darauf hingewiesen, dass sich der Kreisverband Ostvorpommern einstimmig für Rudolph ausgesprochen hat und Mantei gesagt, dass er natürlich selbst entscheidet, wie hoch seine Chancen sind", so der Generalsekretär. Unter Druck gesetzt worden sei niemand.

Bei Franka Dietzsch sei man indes sehr unglücklich, dass sie nun doch nicht kandidieren wolle. "Mir ist fast der Mund offen stehen geblieben, als sie mir den Entschluss mitteilte", sagte Kokert. Die ehemalige Spitzensportlerin sei eine integre und sympathische Frau. Er bedaure ihren Rückzug, auch weil Dietzsch dazu beigetragen hätte, den Bevölkerungsquerschnitt unter den Abgeordneten besser abzubilden: "Lehrer haben wir ja zu Hauf." Die Ex-Weltmeisterin hatte ihren Schritt mit der Hoffnung auf eine Perspektive als Trainerin begründet, da sie gerade ihre Lizenz dafür abgelegt hat. Dietzsch will aber CDU-Mitglied bleiben. Das mögliche Zugpferd sollte 2011 in Neubrandenburg für die Christdemokraten gegen die Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) antreten und heute auf einer CDU-Mitgliederversammlung in Neubrandenburg zur Kandidatin gewählt werden. Der Kreisverband müsse nun wieder von vorne anfangen, da wir schlicht und ergreifend niemanden haben", sagte der Neubrandenburger CDU-Chef Frank Benischke.

Als "nichts Ungewöhnliches" schließlich bezeichnete Kokert den Machtkampf im Müritzkreis. Dort will der 27-jährige Henning Muske gegen den Parlamentarischen Geschäftsführer Ringguth antreten und sich statt dessen als Landtagskandidaten aufstellen lassen. "Es ist nichts Ehrenrühriges dabei, wenn es mehrere Kandidaten gibt. Insgesamt sind es im Land sogar weniger als bei der vergangenen Wahl", sagte der Generalsekretär. Im Übrigen gebe es mehrere Kandidaten auch bei der Linken und der SPD. "Das trägt ja auch zur innerparteilichen Demokratie bei und schweißt die Kreisverbände zusammen, wenn sie sich dann auf einen Kandidaten geeinigt haben", so Kokert.

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