zur Navigation springen

Sachse Müller überrascht in Neu Benthen alle : Frank wer? gewinnt 3. Hallen-Derby

vom

Das ausgeschriebene Stechen beim "3. Mecklenburger Hallen-Derby" auf der Anlage von Heinz & Heiko Schmidt in Neu Benthen bei Lübz wurde den Zuschauer am Samstagabend vorenthalten: Es gab nur einen Nuller im Normalumlauf.

svz.de von
erstellt am 11.Mär.2012 | 08:11 Uhr

Lübz | Das ausgeschriebene Stechen beim "3. Mecklenburger Hallen-Derby" auf der Anlage von Heinz & Heiko Schmidt in Neu Benthen bei Lübz wurde den Zuschauer am Samstagabend vorenthalten: Es gab nur einen Nuller im Normalumlauf des 20er-Starterfeldes.

Und den schaffte kein Arrivierter wie der Gewinner des Hamburger Derbys von 2009, der Gadebuscher Thomas Kleis auf Carassina, oder Matthias Granwow (Passin) auf der inzwischen 18-jährigen Mecklenburger Stute Antik, die Derby-Zweiten des gleichen Jahres.

In der Halle von Neu Benthen siegte bei der von "Heck Humus" aus Schwerin präsentierten dritten Auflage ein Sachse - den nun wirklich keiner auf der Rechnung hatte: Frank Müller auf der 9-jährigen Holsteiner Stute Tovia. Frank wer? - schoss einem durch den Kopf, an die Episode mit "Arne wer?" denkend. Gemeint ist der 82-fache ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler Arne Friedrich, der dieser Tage gerade einen Vertrag bei Chicago Fire aus der eher zweitklassigen US-Fußball-Profiliga Major League Soccer (MLS) unterschreiben hat. "Arne wer?" erblickte im Jahr 2002 das Licht der (Sprach-)Welt, als Friedrich sein Länderspieldebüt in Sofia gegen Bulgarien feierte. Gerade vom damaligen Zweitligisten Armina Bielefeld zur Berliner Hertha gewechselt und mit gerade zwei Bundesligaspielen versehen, wurde Friedrich vom damaligen Bundestrainer Rudi Völler berufen. Und der eingewechselte Arne gab am 21. August 2002 in Sofia auch noch die Vorlage zum 2:2-Endstand durch den in Wismar aufgewachsenen Bayern-Akteur Carsten Jancker.

Solch ein Märchen muss es jetzt in etwa auch für Frank Müller in Neu Benthen gewesen sein. "Mit fehlen die Worte", mehr brachte der 32-Jährige aus Berbisdorf bei Moritzburg nicht raus nach seinem ersten Sieg in einem Drei-Steren-Springen überhaupt. Derweil konnte sich der mitangereiste Papa Tilo Müller, jahrelanger Gestütswirt in Moritzburg, gar nicht einkriegen: "Ich freue mich. Weißt du, wie glücklich in bin, heute hat er alles richtig gemacht", so Vater Müller zu seinem Nebenmann. Bei der Vorstellung von Frank Müller vor seinem Husarenritt war zuvor eines hängen geblieben - er hat einst im Landgestüt Redefin gelernt. Das bestätigte der unter den Zuschauern weilende Redefiner Hauptsattelmeister Rolf Günther. "Es stimmt, Frank war mal Bereiterlehrling bei uns. Dafür ist sein Vater ein alter Bekannte: Mit Tilo Müller bin ich von 1985 bis 1990 in der DDR-Nationalmannschaft geritten. Wo man damals eben hinkam - nach Ungarn, Polen, Bulgarien…"

Nach dem Briten Richard Robinson (Sommerstorf/2010), und Granzow (2011) - der diesmal nach zwei Fehlern nur Siebter wurde - steht nun für immer Frank Müller in der Neu Benthener Siegerliste. Müller gewann fehlerfrei in 99,14 Sekunden vor André Schröder (Lentföhrden ) auf U-Too (4/90, 20) und Volkert Naeve (Breiholz) auf Raphael (4/94,28). Bester Mecklenburger wurde Philipp Makowei (Gadebusch) auf Zetor (8/93,38) als Sechster.

Rolf-Göran Bengtsson, die aktuelle Nr. 1 der Weltrangliste, verzichtete zum Leidwesen der zahlreichen Fans aufs Hallen-Derby ("Habe kein passendes Pferd mit."), war aber beim gestrigen "Großen Preis von Lübzer" dabei, mit dem das fünftägige Hallenturnier von Neu Benthen endete. Doch der Schwede kam nach zwei Abwürfen nicht in die Entscheidung. In einem furiosen Stechen, das zehn Paare erreichten, legte Inga Czwalina von der Insel Fehmarn die erste Spur mit einem schnellen fehlerfreien Ritt in 34,47 Sekunden. Als einziger MV-Teilnehmer in der Extrarunde setzte der Gadebuscher Thomas Kleis als sechster Starter auf Questa Vittoria mit 33,90 Sekunden eine neue Bestmarke, die schon nach Sieg roch. Zumal die Schweizer Mitfavoritin Clarissa Crotta, die nach Kleis kam, auf Caretello patzte (10. Platz). Doch dann als Letzter kam Henry Vaske. Und der 18-jährige Schüler aus dem oldenburgischen Klein Roscharden gab von Start weg Vollgas, blieb fehlerfrei, kam auf Quinaro mit 32,38 Sekunden ins Ziel und gewann noch deutlich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen