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14. Dezember 2017 | 01:59 Uhr

Fraktion will Fahrrad zum Mieten

vom

svz.de von
erstellt am 30.Mai.2010 | 09:19 Uhr

Schwerin | In Weltstädten wie Paris sind sie für die Touristen nicht mehr wegzudenken. In deutschen Großstädten wie Hannover, Dresden oder Bremen gibt es sie ebenfalls schon, die Fahrradmietsysteme der Deutschen Bahn. "Call a Bike" nennt sich der Service, der seit dem vergangenen Sommer auch in Ludwigslust abgeboten wird. Auf Initiative der Stadtfraktion von CDU/FDP soll jetzt ein Fahrradmietsystem auch in der Landeshauptstadt eingerichtet werden. Mit potenziellen Betreibern wie der Bahn, aber auch lokalen Anbietern soll die Oberbürgermeisterin Gespräche führen, um ein Mietsystem in der Landeshauptstadt zu realisieren.

"Die ersten Konzepte für Fahrradmietsysteme finden seit dem Jahr 2000 in deutschen Kommunen Anwendung. Neben einer Reduzierung von Abgasen bringt die sportliche Betätigung ebenfalls gesundheitliche Vorteile mit sich", so der Fraktionsvorsitzende Sebastian Ehlers. Aus diesem Grund haben die Schweriner Christdemokraten gemeinsam mit den Liberalen einen entsprechenden Antrag zur kommenden Stadtvertretung eingereicht.

Ein solches Mietsystem beinhaltet die Bereitstellung von Leihfahrrädern und Verleihstationen. Darüber hinaus ergänze es das beschlossene Radverkehrskonzept, so Ehlers weiter. "Die Anzahl der Fahrradmietsysteme hat in den vergangen Jahren bundesweit zugenommen. Sie werden vor allem in Innenstädten als verkehrsberuhigende Maßnahme, zur nachhaltigen Gestaltung von persönlicher Mobilität sowie als umweltfreundliche, platzsparende und kostengünstige Alternative zum Auto und zum privaten Fahrrad angesehen und entsprechend stark genutzt. Ein Fahrradmietsystem bringt sowohl für Einwohner als auch für Touristen Vorteile und ist ein weiterer Baustein zur Weiterentwicklung Schwerins als Fahrrad- und Sportstadt", sagte Ehlers.

Im städtischen Amt für Verkehrsmanagement hat man das Thema Mietsystem bislang eher zurückhaltend behandelt. "Das funktioniert nur in Millionenstädten. In Schwerin würde sich so etwas nicht rechnen", hatte Amtsleiter Dr. Bernd Smerdka im Herbst vergangenen Jahres im SVZ-Gespräch gesagt. Damals bezog er sich allerdings auf den Fakt, dass die Kommune selbst solch ein System einrichten und betreuen würde. Der Antrag der CDU/FDP-Fraktion bezieht sich ja auf private Anbieter.


Bei der Bahn würde die Oberbürgermeisterin vermutlich auf offene Ohren stoßen. Denn der Standpunkt ist klar: Viele innerstädtische Wege beginnen am Bahnhof - und enden dort wieder. Damit ist der Bahnhof Start- und Zielpunkt einer Tour, die auch per Rad zurückgelegt werden kann. "Kunden können nach einmaliger Registrierung direkt an der CallBike-Station ihr Fahrrad übernehmen, sofort nutzen und nach der Tour wieder an der CallBike-Station abgeben", sagt Rolf Lübke, Geschäftsführer der DB-Tochter DB Rent GmbH. Für die Zeit zwischen Ausleihe und Rückgabe wird der Mietpreis von acht Cent pro Minute berechnet. Als Tageshöchstsatz sind für einen Zeitraum von 24 Stunden neun Euro zu entrichten. Nach einer Registrierung per Telefon gibt es einen Rückruf, in dem der Öffnungscode übermittelt wird. Die Abrechnung erfolgt alle 14 Tage über Kreditkarte oder Konto des Kunden. Einmal registrierte Kunden können, so ein Sprecher der DB, die Fahrräder an jeder Callbike-Station in Deutschland in Anspruch nehmen.

Dabei gibt es in den Städten Berlin, Frankfurt am Main, Karlsruhe, Köln und München Fahrradmietsysteme, die es ermöglichen, ein an beliebiger Stelle im Stadtgebiet stehendes Fahrrad auszuleihen und es an beliebiger Stelle im Stadtgebiet wieder zurückzugeben.


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