Durch die Flusstäler von Peene, Trebel, Uecker und Randow : Förster geben Elch gute Überlebenschancen

Der Elch von der A20 wurde  noch nicht wieder gesichtet. NDR
Der Elch von der A20 wurde noch nicht wieder gesichtet. NDR

Die Förster in Mecklenburg-Vorpommern geben dem Elch, der vor einer Woche mehrfach gesichtet wurde, gute Überlebenschancen. "Er hat keine natürlichen Feinde, außer wenn ein schnelles Auto kommt".

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13. Oktober 2011, 11:36 Uhr

Die Förster in Mecklenburg-Vorpommern geben dem Elch, der vor einer Woche mehrfach gesichtet wurde, gute Überlebenschancen. "Er hat keine natürlichen Feinde, außer wenn ein schnelles Auto kommt", sagte Norbert Sündermann, Leiter im Forstamt Pudagla auf Usedom gestern. Bisher wurde der Elch, der an der A20 bei Greifswald gefilmt worden war, noch nicht wieder gesehen, wie eine Umfrage unter den Forstämtern von Poggendorf bis Torgelow ergab. "Das Tier ist sehr wahrscheinlich bei uns durchgezogen", sagte der Leiter des von riesigen Wäldern geprägten Forstamts Torgelow/Rothemühl, Peter Neumann. Für Elche seien Flüsse kein Problem, das Tier könne durch die Oder geschwommen sein.

Die Forstleute halten es sogar für möglich, dass sich ein junger Elchbulle und eine Elchkuh im Nordosten aufhalten. "Soweit ich das erkennen konnte, war das an der Autobahn beobachtete Tier ein junger Bulle", sagte Peter Hartwig vom Forstamt Neubrandenburg. Zunächst war von einer Elchkuh die Rede. Elche, die jetzt Brunftzeit haben, ziehen Experten zufolge am liebsten durch die früheren Urstromtäler, also die Täler von Peene, Trebel, Uecker oder Randow. Dort fänden sie Nahrung wie junge Weiden, Zitterpappeln und Wasserpflanzen. Alle paar Jahre zögen junge Bullen auf den alten Routen nach Westeuropa. "Ich erinnere mich, dass Anfang der 1980er-Jahre zwischen Berlin und Fürstenwalde mal drei Elche abgeschossen wurden", sagte Sündermann. In der DDR unterlagen die Tiere dem Jagdrecht. Die Forstleute rechnen damit, dass der Elch entweder im Peenetal unterwegs war und dann zum Darß oder nach Süden gezogen ist. "Da sind drei große A20-Brücken bei Klempenow, Neddemin und östlich von Neubrandenburg über das Datzetal", meinte Hartwig. Eine dieser drei Chancen sollte der Elch nutzen.

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