Förderfalle Ost

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11. Juni 2008, 09:48 Uhr

Das sind die von Rechnungsprüfern immer wieder befürchteten Segnungen der Förderfalle Ost. Niemand zweifelt daran, dass die 30 Milliarden Euro, die seit der Wende an Zuschüssen und Fördermitteln in Wirtschaft und Infrastruktur in MV flossen, zum übergroßen Teil gut angelegtes Geld waren. Die Kehrseite ist, dass durch eine sehr hohe Förderung Investoren zu Unternehmungen bewegt wurden, die sie ohne das geschenkte Geld nie angefasst hätten. Davon weiß manche Kommune bei Späßbädern und zu großen Abwasseranlagen ein Lied zu singen. Das betrifft aber auch manchen privaten Investor, der auf diese Weise mit den Steuergeldern auch eigenes Geld versenkte.

Solch ein Fall droht der Snow Fun Park Wittenburg zu werden. Gleichzeitig zum 100 Kilometer Luftlinie entfernten Bispingen entstand hier mit dreifacher Fördersumme von 15 Millionen Euro eine vergleichbare Skihalle. Unter Engagement der Landespolitik. Dass das Projekt nicht so läuft, wie es sich die Investoren vielleicht gewünscht hätten, wird seit einem halben Jahr immer deutlicher. Betreiber und Investoren haben sich offenbar überhoben. Leider. Der Ruf nach Hilfe von der Landespolitik ist absehbar. Schon gestern sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU), dass man neue Verhandlungen begleite. Gut, solange das nicht bedeutet, dass man nun schlecht angelegtem Geld gutes hinterherwirft.

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