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Flughafen Rostock-Laage wichtiger Standortfaktor für die Region : Flughafen fördert Ansiedlungen

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Mit der bevorstehenden Kreisgebietsreform ist auch der Flughafen Rostock-Laage, der für die Bützower Region ebenfalls ein wichtiger Standortfaktor ist, ein heiß diskutiertes Thema.

Mit der bevorstehenden Kreisgebietsreform ist auch der Flughafen Rostock-Laage, der für die Bützower Region ebenfalls ein wichtiger Standortfaktor ist, ein heiß diskutiertes Thema. Gibt es doch noch viele Fragen über seine künftige Finanzierung.

"Es ist de facto ein Landesflughafen, also soll auch das Land die Kosten tragen", fordert Helmut Precht. Der Laager Stadtvertreter, auch Kreistagsmitglied, möchte die Stadt und den Landkreis als Flughafen-Gesellschafter neben der Hansestadt Rostock raus haben. Weil der Flughafen defizitär arbeitet, schießt der Landkreis im Jahr rund 600 000 Euro, die Stadt Laage etwa 170 000 Euro zu. Angesichts der finanziellen Lage von Kommune und Landkreis sei dies nicht länger tragbar. Ein erster Bericht von Holger Kann, Mitglied des Aufsichtsrates der Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH, vor der Stadtvertretung Mittwochabend, war Precht Anlass, seine bekannte Forderung erneut zu stellen. "Ich will eine politische Entscheidung zum Flughafen", betonte der Stadtvertreter und will Druck gegenüber dem Land aufbauen. "Politischer Druck ist gut, aber wir wollen, dass Laage Landesflughafen wird und die Stadt weiterhin Gesellschafter bleibt", stellte Karin Schmidt für die Fraktion Die Linke fest. Der Flughafen sei ein wesentlicher Standortfaktor für die Stadt. Selbstverständlich wünsche auch Die Linke eine Reduzierung des Defizites, wobei klar sei, dass dies allein durch eine Steigerung bei den Passagierzahlen kaum möglich sei, betont Schmidt.

Mit eben diesem Auftrag - Reduzierung des Defizites - schickte die Stadt Laage Holger Kann, der 40 Jahre bei der Bundeswehr, u.a. in Laage, arbeitete, im vergangenen Herbst in den Aufsichtsrat. Er empfiehlt der Stadt, in der Gesellschaft zu verbleiben. "Er bringt Vorteile auch über den Flugverkehr hinaus", erklärt Kann, der weiterhin mit einem klaren Bekenntnis zum Flughafen im Aufsichtsrat arbeiten möchte. Auch wenn dieses allein von der Linken kam, gab es von den anderen Fraktionen doch keinen Widerspruch.

Versprechen wollte er Mittwochabend, dass das Defizit nicht steigen werde. Es zu reduzieren, sei ein anspruchsvolles Ziel und bleibe es. Nach einer Bestandsaufnahme resümiert Kann eine sehr gute Verkehrsentwicklung. Er hob die Linie nach Frankfurt/Main mit einer Auslastung von rund 70 Prozent hervor. Auch Köln und Stuttgart würden sehr gut laufen, München gut, so die Einschätzung des Aufsichtsratsmitgliedes. Auch er sieht das Land in der Pflicht, Sympathiebekundungen würden nicht ausreichen. Der Flughafen leiste mit der neuen Ausrichtung auf den einkommenden Touristen viel für das Land. Dem müsse Rechnung getragen werden.

Die Chance für eine gute Entwicklung des Flughafens sieht Kann u.a. in der Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem Land, mit benachbarten Flugplätzen und der Bundeswehr als Platzeigner. Strategisch müsse sich die Flughafen GmbH als Unternehmen für den reinen Flugbetrieb, aber auch für Ansiedlungspolitik sehen.

Ein Strategiepapier sei in Arbeit. In groben Zügen werde es auf einem Treffen des Aufsichtsrates mit den Gesellschaftern der Flughafen GmbH in den nächsten Woche vorgestellt. Deutlich machte Kann nochmals, dass ein Regionalflughafen in Deutschland nicht kostendeckend arbeiten könne. In den Bereich von schwarzen Zahlen könne man mit einem Passagieraufkommen von 500 000 Fluggästen kommen. Das sei illusorisch für MV. 250 000 bis 300 000 Passagiere im Jahr seien ein realistisches Ziel (2010: rund 220 000), so Kann.

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erstellt am 24.Jun.2011 | 11:01 Uhr

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