Schwerin : Flüchtlinge in Jobs gebracht

Der 22-jährige Davit aus Armenien macht eine Lehre als Metallbauer. Foto: Klawitter
Der 22-jährige Davit aus Armenien macht eine Lehre als Metallbauer. Foto: Klawitter

Seit 2008 unterstützt das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge Bleibeberechtigte und Flüchtlinge. Die Förderung der Netzwerkarbeit mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds läuft Ende des Jahres jedoch aus.

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10. Mai 2013, 12:02 Uhr

Davit hat es geschafft. Der 22-Jährige, der 1999 mit seinen Eltern aus Armenien nach Deutschland kam, macht bei der Firma MAB in Wittenförden eine Ausbildung zum Metallbauer. Und sein Chef sei mit ihm sehr zufrieden, berichtet Davit. "Ich glaube, ich habe eine gute Chance, übernommen zu werden." Seine Zukunft sehe er auf jeden Fall in der Bundesrepublik, sagt der junge Mann, der in Schwerin lebt.

Dass Davit in Deutschland beruflich Fuß gefasst hat, verdankt er nicht zuletz t dem Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge (NAF), das ihm bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz behilflich war. Seit dem Jahr 2008 unterstützt das Netzwerk Bleibeberechtigte und Flüchtlinge bei der beruflichen Qualifizierung, der Sprachförderung, der Stellensuche, bei Bewerbungen, Vorstellungsgesprächen und Praktika. Netzwerkpartner sind unter unter anderem die Agentur der Wirtschaft, die Schweriner Aus- und Fortbildungs gesellschaft, die Dehoga und der Bildungs- und Personaldienstleister Re gioVision.

"Wir haben insgesamt schon mehr als 700 Personen betre ut", erklärt Angela Ley mannek vom Verbund für Soziale Projekte (VSP) in Schwerin, die die Arbei t des Netzwerks in Mecklenburg-Vorpommern koordiniert. Die Klienten kämen insbesondere aus Afghanistan, Armenien und dem Irak. Immerhin fast jeder fünfte Ratsuchende sei in den Arbeits- bzw. Ausbildungsmarkt integriert worden, so Leymannek.

Doch es gibt ein Problem: Die För derung der Netzwerkarbeit durch ein Bundesprogramm mit Mitteln des Eu ropäischen Sozialfonds läuft Ende des Jahres aus. "Die Strukturen, die in den vergangenen Jahre n entstanden sind, drohen wieder zusamme nzubrechen", schildert Angela Ley mannek. Dabei profitierten nicht nur die Flüchtlinge von der Tätigkeit des Netzwerkes. "Mit unserer Arbeit wirken wir auch dem Fachkräftemangel im Land entgegen."

Für einen Erhalt der Netzwerkstrukturen macht sich auch der Flüchtlingsrat MV stark, selbst Partner im Netzwerk. "Wir sehen die Gefahr, dass die zaghaft begonnene Öffnung des Arbeitsmarktes für Flüchtlinge zum Stillstand kommt", sagt die Vor sitzende des Flüchtlingsrates, Ulrike Seemann-Katz. Das NAF könne als eines von bundesweit 28 Netzwerken eine erfolgreiche Bilanz vorlegen, betont sie.

Netzwerk-Koordinatorin Leymannek setzt noch auf ein Einlenken der Politik. So habe sich etwa der Landtag in MV auf Antrag der Fraktionen von SPD, CDU, Linken und Bündnisgrünen gerade erst ausdrücklich für eine Willkommenskultur im Land ausgesprochen. "Mecklenburg-Vorpommern braucht Menschen mit Migrationshintergrund. Um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu er möglichen, ist es notwendig, den Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt zu erleich tern", heiße es in dem Antrag. "Mit diesem Beschl uss nimmt sich die Politik quasi selbst in die Pflicht", so Leymannek.

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