Flexible Betreuung gefragt

Seit einem Jahr werden Kinder in der Krebsfördener „Märchenkita“ auch

bis 20.30 Uhr betreut. Das Angebot der Kita gGmbH ist gefragt. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung wird sich der Bedarf an Kita-Plätzen mit flexiblen Betreuungszeiten in Zukunft noch erhöhen. So plant die Kita gGmbH im nächsten Jahr sogar eine 24-Stunden-Kita auf dem Gelände der Helios-Kliniken. Verlängerte Öffnungszeiten will auch die künftige Awo-Kita in der Alexandrinenstraße anbieten.

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10. Oktober 2008, 06:18 Uhr

Schwerin Sophie, Jonas, Joyce, Joulina und Vivien haben es sich am Tisch gemütlich gemacht. 18.30 Uhr – Abendbrotszeit in der „Märchenkita“ in Krebsförden. Es gibt Brot mit Wurst und
Käse, Tee und Obst. Erzieherin Sonja Jahnke achtet darauf, dass jedes Kind zu seinem Recht kommt. Ruhig soll der Tag ausklingen in der Einrichtung der Kita gGmbH. Seit September vergangenen Jahres werden Mädchen und Jungen in der Johannes-Gillhoff-Straße auch bis 20.30 Uhr betreut. „20 Eltern nutzen unser Angebot mittlerweile“, berichtet Kita-Leiterin Veronika Sager.

Ilka Gruhlich, allein erziehende Mutter der dreijährigen Zwillinge Joulina und Joyce, ist froh, dass es die verlängerten Öffnungszeiten gibt. „Wenn es das Angebot der ,Märchenkita’ nicht geben würde, könnte
ich nicht arbeiten gehen“, sagt die Kosmetikerin. Auch Yevgen Zhukovets, Vater von Sophie, freut sich über die flexiblen Betreuungszeiten – und nicht nur darüber: „Die Kinder, die abends länger bleiben, sind oft unterschiedlich alt. So können die Jüngeren von den Älteren lernen.“

Mit ihren verlängerten Öffnungszeiten nimmt die Krebsfördener „Märchenkita“ gegenwärtig noch eine Vorreiterrolle in Schwerin ein. Die Stadtverwaltung geht allerdings davon aus, „dass die derzeit vorgehaltenen Öffnungs- und Betreuungszeiten in Schweriner Kindertagesstätten für flexibel beschäftigte Eltern, zum Beispiel im Schichtdienst, erweitert werden müssen“, wie es in den Mitteilungen des OB zur jüngsten Stadtvertreter-Sitzung hieß.

So plant die Kita gGmbH auf dem Gelände der Helios-Kliniken bereits eine 24-Stunden-Kita mit knapp 50 Plätzen. „Helios wird die Kita bauen, und wir werden sie betreiben“, erklärt Kita gGmbH-Geschäftsführerin Anke Preuß die Kooperation. Etwa die Hälfte der Plätze sei für die Kinder von Krankenhaus-Mitarbeiter reserviert. „Eine Kita, die 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet ist, stellt besondere Anforderungen an das pädagogische Konzept“, betont Preuß. So sei es wichtig, eine möglichst familiäre Atmosphäre in der Einrichtung zu schaffen. Eröffnet werden soll die neue Kita voraussichtlich im September 2009.

Schon im Januar kommenden Jahres will die Awo Sozial Dienste GmbH in der Alexandrinenstraße 25 eine Kindertagesstätte mit Betreuungszeiten von 5.30 bis 20 Uhr aufmachen. „Der Bedarf für solch ein zusätzliches Angebot ist definitiv vorhanden“, sagt Awo-Geschäftsführer Axel Mielke. Auch die Awo setzt bei der künftigen Kita „Leuchtturm“ nicht nur auf Flexibilität, sondern auch auf pädagogische Inhalte: „Wir stützen uns auf neueste entwicklungspsychologische Erkenntnisse“, so Bereichsleiterin Ariane Bartsch.

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