Fleisch ersetzt kein Gemüse

Die Stunde der Wahrheit naht. Mit jedem Grad mehr wird die Kleidung leichter und dünner. Bald lassen sich die Schwimmringe um den Bauch und die Pölsterchen an Armen oder Po nicht mehr unter dicken Pullis und langen Jacken verstecken. Höchste Zeit, etwas gegen die überflüssigen Pfunde zu tun. Das sagten sich auch Manuela Storm und Rolf Ludwig. In unserer Serie begleiten wir sie zehn Wochen lang beim Abnehmen mit dem Programm "Ina" der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und sagen, worauf es ankommt.

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11. April 2009, 04:40 Uhr

Fleisch ist mein Gemüse! Seit Entertainer Heinz Strunk seinem autobiografischen Buch diesen Titel gegeben hatte, ist dieser Satz bei Millionen deutscher Männer zur Maxime geworden. Sie können Berge von Fleisch verschlingen, aber wenn sie Gemüse essen sollen, stochern sie lustlos in ein paar Erbs chen herum. Dabei wissen auch sie, dass Gemüse - genauso wie Obst - viele Vitamine und Mineralstoffe enthält. Und dass diese gut für ihren Körper sind. Und nicht nur das.

"Viel interessanter sind die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe", sagt Simone Gladasch von der DGE. "Die Pflanzen produzieren sie als Abwehrstoffe gegen Erkrankungen oder Schädlinge, als Farb- oder Duftstoffe oder als Regulatoren des Pflanzenwachstums. Und beim Menschen haben sie positiven Einfluss auf die Gesundheit." So sollen Carotinoide vor Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zellschäden durch freie Radikale und der Schwächung des Immunsystems schützen. Sie kommen unter anderem in Möhren, Paprika und Tomaten vor. Phenolsäuren, die in Brombeeren, Himbeeren, Trauben und Walnüssen enthalten sind, sollen zusätzlich vor Infektionen durch Viren, Bakterien oder Pilze bewahren und auch vor Harnwegsinfektionen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Das sind immerhin 650 Gramm. Ideal wären rund 250 Gramm Obst und 400 Gramm Gemüse, zum Teil gegart, zum Teil als Rohkost. Allerdings muss niemand den ganzen Tag wiegen. Eine Portion ist immer eine Handvoll - kleine Hände, kleine Portionen, große Hände, große Portionen. Für alle, die sich mit diesen Obst- oder Gemüsebergen schwer tun würden, eine gute Nachricht. Eine Portion kann auch durch ein Glas Obst- oder Gemüsesaft ersetzt werden.

"Die Regel ,5 am Tag ist auch beim Abnehmen ideal, weil Gemüse und Obst lange satt machen und ,pur so gut wie kein Fett liefern", erklärt Simone Gladasch. Ausnahmen in puncto Fett seien lediglich Avocados, Nüsse, Kerne und Samen. Außerdem ist in Obst und Gemüse Wasser enthalten, so dass man gleichzeitig Flüssigkeit aufnimmt.

Auf Saison und Herkunft achtenWelchen Stellenwert Obst und Gemüse bei einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung haben, veranschaulicht der Ernährungskreis der DGE. Fast die Hälfte der Lebensmittel sollten Paprika, Gurken, Äpfel, Pfirsiche & Co. sein. Gemeinsam mit anderen pflanzlichen Produkten wie Getreideerzeugnissen sollten Obst und Gemüse drei Viertel der Lebensmittel ausmachen.

Der Ernährungskreis will eine Grundorientierung für die Lebensmittelauswahl geben. Die Größe der Abschnitte spiegelt dabei das Mengenverhältnis wider, das berücksichtigt werden sollte. Der Rat der Experten:

• Jeden Tag Produkte aus jeder der sieben angegebenen Lebensmittelgruppen, einschließlich der Getränke, wählen.

• Die Vielfalt, die sich in den einzelnen Gruppen bietet, ausnutzen. Häufiger wechseln und Produkte bevorzugen, die gerade Saison haben und aus der Region stammen. Saisonkalender geben darüber Auskunft.

• Bei der Zubereitung der Mahlzeiten auf fettarme und schonende Garmethoden achten.

Pflanzliche Fette sollten nicht fehlenNeben Obst, Gemüse und Getreideprodukten sollten auch fettarme Milch- und Milchprodukte auf dem Speisezettel stehen sowie Fleisch und Fisch. Täglich sollte auch wenig, aber hochwertiges Streich- und Kochfett verzehrt werden. Nach DGE-Angaben wären das beispielsweise ein bis zwei Esslöffel Butter oder Margarine oder ein Esslöffel Öl wie Raps-, Soja- oder Walnussöl.

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