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Thandorfs Bürgermeister moniert „Präsidialamt“ Klützer Winkel : Flaute im Schwedennetzwerk

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"Auf zu neuen Horizonten" ist der Slogan des Schwedennetzwerkes in Westmecklenburg.

Trotz des Slogans, eine wirkliche Partnerschaft scheint es lediglich noch auf dem Papier zu geben.

svz.de von
erstellt am 06.Jul.2011 | 10:45 Uhr

"Auf zu neuen Horizonten" lautet der Slogan des Schwedennetzwerkes in Westmecklenburg. Sechs Gemeinden und Ämter - Insel Poel, Amt Rehna, Grevesmühlen, Gadebusch, Hagenow, Amt Klützer Winkel und Wittenburg - gehören dem Netzwerk an. Die Deutschen unterhalten seit Jahren Kontakte zu schwedischen Kommunen wie Hammarö, Svenljunga, Laxå, Åmål, Säffle, Forshaga und Kil.

Trotz des Slogans, neue Projekte, Ideen oder eine wirkliche Partnerschaft scheint es lediglich noch auf dem Papier zu geben. Zumindest kritisiert Thandorfs Bürgermeister Wolfgang Reetz den aktuellen und sehr zurückhaltenden Auftritt der Partner. "Im Januar war bereits angekündigt, dass im September die ersten Jugendlichen innerhalb der Partnerschaft in den schwedischen Ort Svenljunga reisen. Land und Leute kennenlernen", so Reetz. Jetzt scheinen allerdings die "Koordinatoren unkoordiniert zu sein". "Ein Ansprechpartner fiel an der Rehnaer Schule krankheitsbedingt aus. Alle anderen Partnerstädte fallen durch Passivität auf. Weder die Schweden in Svenljunga noch die Esten in Tamsalu nutzen die Möglichkeit für das Jugendprojekt zu werben", so Reetz. Er bedauert es zudem, dass das Amt Rehna als ehemals führende Kraft im Schwedennetzwerk keinerlei "hörbare Aktivitäten" von sich gibt. Reetz spricht in puncto öffentlich gefördertes Schwedennetzwerk sogar von einer "Kaderleiche". Dabei schworen sich vor Monaten im schwedischen Nyköping alle Beteiligten Gemeinden und Ämter das Schwedennetzwerk durch länderübergreifende Aktionen zu beleben. Anstelle von Arbeitstreffen mit Grußworten auf Verwaltungsebene, sollten Treffen von Jugendgruppen, Sport und kultureller Austausch stehen.

Rehnas Amtsvorsteher Andreas Spiewack hat Verständnis für die Kritik weist aber auf die gemeinsame Erklärung hin, die alle Beteiligten Ende 2010 verabschiedeten: "Die neue Ebene heißt nicht Verwaltungstreffen, sondern ein wirklicher Austausch auf Bürgerebene - Vereine und Schulen - damit wir eine echte Basis erhalten." Das Amt werde wirkliche Aktivitäten aus dem Umfeld von Rehna aber unterstützen. Für Reetz sind grundsätzliche Fragen damit noch nicht geklärt. Grund: Das Amt Klützer Winkel hat derzeit die Präsidentschaft im Schwedennetzwerk inne. "Seit nunmehr sechs Monaten warten wir auf eine Übersicht der Ansprechpartner inklusive einer Niederschrift der Vereinbarung von Nyköping." Selbst auf "Nachfragen schweigt das Präsidialamt", moniert der Thandorfer Bürgermeister. Zu gerne hätte er mit Jugendlichen aus dem Ort in Richtung Skandinavien etwas auf die Beine gestellt. Aufgrund fehlender Rückmeldungen entschieden sich die Schüler mittlerweile ganz in Familie ihre Ferien zu verbringen.

Rehnas amtierender Schulleiter Eckehard Thun signalisierte gegenüber der SVZ, dass Mädchen und Jungen aus Rehna und der Schlagsdorfer Schule in jedem Fall im Herbst an einer gemeinsamen Aktion sich in Schweden beteiligen. Ob in 2012 Jugendliche zum Partnerschaftsaustausch ins estnische Tamsalu reisen, wird vom Erfolg des Treffens abhängen. Auf der gemeinsamen Internetseite des Schwedennetzwerkes finden sich bislang keine Termine oder aktuelle Beiträge. Lediglich die Willkommensseite zeigt, wo sich in Europa die Partnerstädte und Orte des Schwedennetzwerkes befinden.

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