Fischzug der besonderen Art - Rund 7000 Besucher beim diesjährigen Teichfest in Neuhof

Bei drei Grad Celsius Wassertemperatur hatten die Lewitz-Fischer einen wahren Knochenjob. Foto: Thorsten Meier
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Bei drei Grad Celsius Wassertemperatur hatten die Lewitz-Fischer einen wahren Knochenjob. Foto: Thorsten Meier

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02. November 2008, 05:46 Uhr

Das Wasser scheint der tausenden Fischleiber wegen regelrecht zu brodeln, obwohl es nur lausige drei Grad Celsius kalt ist. Und doch kommen die zehn Mitarbeiter der Lewitz-Fisch ins Schwitzen, gilt es doch die rund 20 Tonnen Karpfen, Hechte, Welse, Barsche und Weißfische mit dem Netz per Hand aufs Trockene zu holen. Etwa 7000 Besucher verfolgen am Wochenende gebannt das beliebte Schauspiel am 88 Hektar großen Abfischteich.

Neuhof - Es ist wieder Hochsaison bei den Karpfenfischern: Nach Heringstagen und Hornfischwochen beginnt im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern jetzt die traditionelle Karpfensaison. Dazu wird ausgiebig gefeiert, und zwar beim Teichfest in Neuhof bei Neustadt-Glewe.

„Warme Klamotten unter dem Gummizeug sind das A und O, sonst steht man das nicht durch“, verrät Jörg Hinrichs, seines Zeichens Teichwirt. Der 41-Jährige gehört mit zur zehnköpfigen Crew der Lewitz-Fischer, die in den letzten zwei Tagen etwa 20 Tonnen Fisch aus ihrem nassen Element bugsieren. Doch zuvor müssen die Schuppentiere mit einem Schleppnetz an die Rampe des Teiches befördert werden. Ein wahrer Knochenjob, bei dem die Hände ständig in Kontakt mit dem drei Grad kalten Wasser sind. Die Luft ist gerade mal um das Doppelte wärmer. „Da muss man sich eben auch mal ein paar warme Gedanken machen, um die Kälte stundenlang auszuhalten“, grinst der Neustädter und packt weiter zügig mit an.

„Ich hab zusätzlich 20 Aushilfskräfte für die zwei Tage engagiert, um den Ansturm zu bewältigen“, berichtet Hermann Stahl (57), Inhaber der Firma Lewitz-Fisch, die zum diesjährigen Teichfest nach Neuhof ans Wasser eingeladen hat. In den etwa 750 Hektar großen Fischteichen zwischen Neuhof und Klinken werden nicht nur die beliebten Speisekarpfen herangezogen, sondern tummeln sich auch Hechte, Welse, Aale, Aalquappen, Barsche und jede Menge Weißfische, wie Brachsen und Plötze.

Beim „Abfischen“ am ersten November-Wochenende freuen sich Tausende Gäste über frischen Fisch. Das Ablassen der riesigen Fischteiche ist ein besonderes Spektakel, wenn die halbwüchsigen Fische in Spezialbehälter umgesetzt werden, wo sie weiter wachsen können.

Am Abfischteich kann man die harte Arbeit der Karpfenernte erleben und natürlich Fisch kaufen. Entweder, um ihn wenige Stunden später in Topf und Pfanne zu leckeren Gerichten weiter zu verarbeiten oder ihn zu Besatzzwecken im heimischen Gartenteich oder Angelgewässer einzubürgern.

Etwa 7000 Besucher wohnen dem Spektakel jährlich bei und bekommen an die 15 000 Karpfen zu Gesicht. Ob geräuchert oder lebendig - hier kann jeder Gast seinen Fisch mit nach Hause nehmen. Während der zweitägigen Veranstaltung informiert Hermann Stahl über die Teichwirtschaft und weiß auch die eine oder andere Anekdote über den Karpfen zum Besten zu geben.

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