„Finger in die Wunde legen“

CDU ist stärkste Kraft, fast gleichauf mit der SPD. Die DVU zieht ebenfalls in den Kreistag. Überraschend stark präsentieren sich Freie Wähler Pro Prignitz. Reaktionen am Tag nach der Wahl.

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29. September 2008, 11:26 Uhr

Prignitz - „Den Finger in die Wunde legen“ will Bärbel Treutler, die als einzige Vertreterin von Grüne /B 90 einzieht. Eine Fraktionsstärke sei illusorisch gewesen, räumt sie ein. Aber über ihr Mandat freue sie sich sehr, „das war eine Teamleistung all unserer vier Kandidaten“. Sie freue sich über neue Gesichter im Kreistag und hält eine parteiübergreifende Arbeit für möglich, kündigt sie an. Bedauerlich sei, dass es ein DVU-Vertreter geschafft habe.
Ein gutes Ergebnis habe die CDU im Kreistag mit 21,4 Prozent erreicht, so der stellvertretende Kreisvorsitzende Christian Steinkopf. „Wir wollen damit den Kreis weiter voranbringen.“ Er selbst konnte sein Mandat verteidigen und verfolgt unter anderem folgendes Ziel: „Es sollte uns gelingen, den öffentlichen Nahverkehr mit den Elbefähren in Lenzen und Lütenwisch zu koordinieren.“ Steinkopf erhofft sich mehr Gäste aus Niedersachsen.

Gordon Hoffmann, ebenfalls stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender, konnte kein Mandat für den Kreistag erringen. „Das enttäuscht mich persönlich nicht, auf Listenplatz vier wäre das auch eine Überraschung gewesen“, so Hoffmann. Wittenberge sei mit Andreas Giske und Dr. Frank Schniewind sehr gut vertreten. „Sie werden sich stark für unsere Stadtinteressen einsetzen“, betont Hoffmann. Er freue sich darüber, dass sich die Prignitzer CDU gegen den negativen Landestrend behaupten konnte. „Wir sind wieder stärkste Partei, das zeigt, wir haben eine gute Arbeit geleistet.“

Marcel Elverich (SPD) kandidierte erstmals für den Kreistag, aber es sollte für den Wittenberger SPD-Chef nicht ganz reichen. „Darüber gräme ich mich überhaupt nicht“, sagte er, denn in der Stadt habe er ein gutes Ergebnis erreicht, sitze künftig im Parlament. Zum anderen sei die SPD-Fraktion sehr stark aufgestellt. Mit Klaus Petry und Ulrich Siodla würden sehr kompetente Vertreter aus Wittenberge einziehen.

Andreas Schön verpasste den Einzug in den Kreistag, damit verliert die Fraktion Pro Prignitz ihren bisherigen Vorsitzenden. „Das kam für mich überraschend, ich hätte eher vermutet, dass ich in Wittenberge verliere“, so Schön. Als persönliche Katastrophe erlebe er es nicht, da die Doppelfunktion als Fraktionsvorsitzender in der Stadt Wittenberge und im Kreistag doch eine erhebliche Belastung gewesen sei. „Wir konnten einen Sitz zulegen, gerade mit Helmut Kühn aus Pritzwalk gewinnt der Kreistag einen absolut kompetenten Mann hinzu“, sagt Schön.

Der FDP-Kreisvorsitzende Manfred Prietzel bedauert, dass es nicht für einen fünften Sitz reichte. „Damit hatte ich fest gerechnet.“ Allerdings sei die Fraktion „hervorragend aufgestellt“. Leider habe es Peter Hubatsch nicht geschafft, der bisher durch „hohe Fachkenntnis im Bildungsbereich überzeugte“.

„Die hohe Wahlbeteiligung in den Dörfern kam uns zugute. Und – die Bevölkerung gab den Kandidaten, die ihre Interessen vertreten, ihre Stimme. Für uns ist das Bestätigung und Verpflichtung zugleich, die Ziele, die wir auf unsere Fahnen geschrieben haben, weiter konsequent zu verfolgen – ohne parteipolitisches Geplänkel“, betont Hartmut Lossin vom Kreisbauernverband. Der konnte seine Mandate von sechs auf sieben ausbauen.

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