zur Navigation springen

Tankbetrug an der A 20 : Filmreife Verfolgungsjagd bis nach Schwerin

vom

Nach mehreren Fällen von Tankbetrug an der A 20, einer wilden Verfolgungsjagd und weiterer Delikte ist jetzt ein Mann ins Visier der Ermittler geraten. Gegen den Flüchtigen liegt nun dringender Tatverdacht vor.

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2012 | 10:11 Uhr

Nordwestmecklenburg | Nach mehreren Fällen von Tankbetrug an der A 20 und einer wilden Verfolgungsjagd hat die Polizei jetzt Ermittlungen wegen Unfallflucht, fahrlässiger Körperverletzung, Betrug und der Verletzung des Straßenverkehrs aufgenommen. Ins Visier der Ermittler geriet ein polizeibekannter Mann. Gegen den Flüchtigen liegt nun dringender Tatverdacht vor.

Nach dem bisherigen Kenntnisstand der Beamten war es in den vergangenen Wochen an der A 20-Tank- und Raststätte "Fuchsberg" und der A 24 im Bereich Stolpe zu mehreren Betrugsfällen gekommen. Dabei erbeutete der Täter mehr als 1000 Liter Kraftstoff. Bei der Auswertung von Spuren und Zeugenhinweisen stellte sich heraus, dass immer ein blauer Ford Escort Kombi als Tatfahrzeug genutzt wurde. Die Kennzeichen am Ford waren indes als gestohlen gemeldet.

Zuletzt aktiv war der Betrüger am Montagabend an der Tank- und Raststätte "Fuchsberg". Dort tankte er 244 Liter Kraftstoff und fuhr anschließend ohne Bezahlung auf der A 20 in Richtung Schwerin davon. Was folgte, war eine filmreife Verfolgungsjagd: Mit 120 bis zu 140 km/h raste der Täter durch Steffin, Karow und Dorf Mecklenburg. "Trotz des Gegenverkehrs überholte der Fahrer andere Verkehrsteilnehmer, überfuhr bei Rot die Ampelkreuzung in Dorf Mecklenburg, Abzweig Rambow und gefährdete dabei mehrfach unbeteiligte Verkehrsteilnehmer in äußerst rücksichtsloser Art und Weise", berichtete gestern André Falke von der Polizeiinspektion Wismar.

Ein Funkwagen aus dem Polizeirevier Gadebusch rückte zur Unterstützung der Kollegen an. Im Bereich Neu Lübstorf errichteten die Beamten mit einem mittig auf der Straße postierten Funkwagen eine Straßensperre. Dabei ließen sie eine kleine Lücke in der Sperre, um die haltenden Fahrzeuge aus Richtung Schwerin zu schützen. Diese Lücke nutzte der Flüchtige, der aus Richtung Zickhusen herangerast kam. Er fuhr ohne abzubremsen mit unverminderter Geschwindigkeit auf die Sperre zu und an ihr vorbei, weiter in Richtung Schwerin.

An der Schweriner Ampelkreuzung Bürgermeister-Bade-Platz kollidierte der Fluchtwagen mit einem anderen Pkw. Beide Fahrzeuge wurden im Frontbereich beschädigt. Trotz des Unfalls setzte der Tatverdächtige seine Fahrt jedoch unvermittelt in Richtung Schweriner Bahnhof und weiter zum Marienplatz fort. Dabei gefährdete er in diesen stark von Fußgängern und Straßenbahnnutzern belebten Bereichen der Innenstadt mehrere Passanten.

Beim Einbiegen in den Obotritenring schleuderte das Fluchtauto auf die dreispurige Gegenfahrbahn. In Höhe des Alten Friedhofs prallte der Verdächtige dann mit seinem Wagen frontal mit einem Opel Vectra zusammen. "Im Vectra befand sich eine vierköpfige Familie. Die 35-jährige Frau wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Der 34-jährige Mann und glücklicherweise auch die 18 Monate und dreieinhalb Jahre alten Kinder blieben bei dem Unfall unverletzt", sagt Andre Falke.

Da das Fluchtauto nach dem Zusammenstoß mit dem Vectra nicht mehr fahrbereit war, flüchtete der Fahrer zu Fuß weiter in Richtung Friedhof. Die Polizei umstellte daraufhin das Gelände weiträumig. Auf dem Friedhof bestanden für den Tatverdächtigen jedoch mehrere Fluchtmöglichkeiten. Ein Fährtenhund der Polizei konnte zunächst eine Spur aufnehmen und diese bis zum Bereich der Gartenlage hinter dem Friedhof verfolgen. Die Verfolgung musste dort aber wegen der geringen Aussicht auf Erfolg, den Täter zu ergreifen, um 21.15 Uhr abgebrochen werden. Weitere Fahndungsmaßnahmen gegen den Flüchtigen laufen derzeit. Die Ermittlungen hat das Kriminalkommissariat Schwerin übernommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen