Feuerwehrmann im Einsatz festgenommen

Mit vereinten Kräften bringen die Kameraden das Feuer unter Kontrolle. Foto: Ralf Drefin
Mit vereinten Kräften bringen die Kameraden das Feuer unter Kontrolle. Foto: Ralf Drefin

Schock für die Freiwillige Feuerwehr Neustadt-Glewe: Während eines Löscheinsatzes am Sonntagabend in der Brauereistraße wurde einer ihrer Kameraden festgenommen. Er soll das Feuer gelegt haben.

svz.de von
15. Juli 2008, 08:47 Uhr

Neustadt-Glewe - Wehrführer Reinhard Sturm war noch gestern Morgen fast sprachlos. Die Kameraden mussten während eines Löscheinsatzes am Sonntagabend miterleben, wie einer der Ihren festgenommen wurde. Er soll das Feuer gelegt haben, denn ein anderer Feuerwehrmann sah ihn kurz vorher mit dem Auto vom Ereignisort verschwinden. Fassungslosigkeit, als die Polizei anrückte. Die Freundin des Tatverdächtigen kauerte völlig geschockt an der Hauswand – in Tränen aufgelöst – und musste gestützt werden.

Bei der Polizei ging die Brandmeldung um 18.39 Uhr ein. Im Lager einer Kfz-Werkstatt waren Reifen in Brand geraten. Das Feuer griff auf andere Teile des Gebäudes über. Zum Einsatz kamen die freiwilligen Feuerwehren von Neustadt-Glewe, Groß Laasch und Hohewisch.

Die spektakuläre Festnahme aufgrund dringenden Tatverdachts hat staatsanwaltliche Ermittlungen ausgelöst. Das bestätigte gestern Oberstaatsanwalt Ralph Ketelboeter. Der Feuerwehrmann habe in ersten Vernehmungen den Tatvorwurf vehement bestritten, sagte er. Weil der Festgenommene bisher strafrechtlich eine weiße Weste hat und außerdem nach Ansicht der Staatsanwaltschaft kein Fluchtverdacht besteht, will die auf die Beantragung eines Haftbefehls verzichten. „Der Tatverdacht bleibt bestehen, die Ermittlungen gehen weiter“, sagte Ketelboeter.

Nach Aussagen von Augenzeugen soll im Auto des Verdächtigen weiteres belastendes Material gefunden worden sein. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht. Zeugen des Geschehens haben lediglich beobachtet, dass Polizeibeamte Spuren im Auto des Verdächtigen sicherten.

Ebenso ist unklar, ob der Verdächtige auch für weitere Brände in der letzten Zeit verantwortlich ist, unter anderem einen, bei dem auf spektakuläre Weise bei einem Scheunenbrand in Klein Laasch sieben Schäferhunde in ihren Zwingern lebendig verbrannten.

Für die Feuerwehren des Amtes Neustadt-Glewe ist es der zweite Tiefschlag, den sie erleben müssen. Vor einigen Jahren überführten die Ermittlungsbehörden einen Feuerwehrmann der Brenzer Wehr, der mehrere Brände gelegt hatte.

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