Feuerteufel hält Bützow in Atem

Feuerteufel treiben in Bützow ihr Unwesen. Am Montagabend stand das Heizhaus des alten Sägewerks am Vierburgweg in Flammen. Erst vor ein paar Tagen brannte es im früheren „Viva“ und im Betreuten Wohnen an der Bleiche. Die Polizei hält Brandstiftung für möglich.

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26. März 2008, 09:42 Uhr

Vollalarm heißt es für die Bützower Blauröcke am Montag um 18.49 Uhr. Feuer im alten Sägewerk am Vierburgweg – so die Meldung aus der Leitstelle. 38 Mann rücken aus, sehen, wie das frühere Heizwerk brennt. Ostern endet mit Flammen. „Der gesamte Dachstuhl hat gebrannt“, erklärt Wehrführer Holger Gadinger. Er entscheidet sich: Kein Kamerad geht da rein – viel zu gefährlich. Prompt stürzt das Dach ein. Rund 45 Minuten braucht die Wehr, dann hat sie das Feuer im Griff. Erst gegen 22 Uhr ist der Einsatz beendet.

Was die Polizei nur zögerlich formuliert, ist den Blauröcken längst klar: „Hier treibt jemand Schabernack“, so Gadinger. Er vermutet Brandstiftung. „Von allein entzündet sich sowas nicht.“ 13 Brände schon hatte die Wehr seit Jahresbeginn zu löschen, insgesamt 28 Einsätze. „Das ist Wahnsinn“, erklärt der Wehrführer. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2007 habe es 56 Einsätze gegeben.

Drei größere Brandorte gab es allein in den zurückliegenden zwei Wochen: dreimal im Betreuten Wohnen der Volkssolidarität an der Bleiche, einmal im früheren Gesellschaftshaus „Viva“ am Rühner Tor (SVZ berichtete), nun im seit Jahren ungenutzten Sägewerk. Gadinger: „Ich habe von Anfang an geglaubt, dass die drei Brände im Betreuten Wohnen Brandstiftung waren.“

Was tun? Ergebnisse zu den früheren Bränden gab es gestern noch nicht. In der offiziellen Meldung der Polizei zum Brand im Sägewerk ist nur davon die Rede, dass Unbekannte vermutlich Sperrmüll entzündet hätten. Polizei-Sprecherin Katrin Drewelow erklärt: Zwischen den Bränden im Betreuten Wohnen und im Viva sehe die Polizei schon aufgrund der Nähe der Orte einen Zusammenhang. „Da sind wir auf der Spur“, so Drewelow.

Anders beim Feuer im Sägewerk im Vierburgweg, das Kilometer von den anderen Brandorten entfernt ist. Polizeiliche Sprachregelung hier: Man sehe „zunächst keinen Zusammenhang“, der Vorgang werde aber „im komplexen Zusammenhang mitgeprüft“.

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