zur Navigation springen

Fördermittel und Sponsoren bleiben aus : Ferienlager Barkow steht vor dem Aus

vom

Nach 15 Jahren Ferienlager auf dem Lindenhof bei Barkow könnte jetzt das Aus folgen. Derzeit erholen sich 70 Kinder in dem Objekt des Arbeitslosen-Kreisverbandes Parchim.

svz.de von
erstellt am 13.Jul.2011 | 09:06 Uhr

Nach 15 Jahren Ferienlager auf dem Lindenhof bei Barkow könnte jetzt das Aus folgen. Derzeit erholen sich 70 Kinder der Region Westmecklenburg in dem Objekt des Arbeitslosen-Kreisverbandes Parchim. Am Donnerstag ziehen die nächsten 65 Ferienkinder für zehn Tage in das Domizil in der Nähe des Kritzower Sees ein.

"Wenn kein Wunder geschieht, sind das die letzten beiden Feriendurchgänge, die wir hier organisieren", ist Jürgen Lather sichtlich genervt über fehlendes Interesse der öffentlichen Hand an dieser Form der Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Fördermittel seien weggebrochen, Hausmeister, Küchen- und Hilfskräfte über Ein-Euro-Jobber stehen über die Arge nicht mehr zur Verfügung. Betreuer, meist Studenten aus den Hochschulen des Landes, haben aufgrund der zeitlich verschiedenen Studiengänge kaum noch die Möglichkeit, in den Sommerferien zwei, drei Wochen am Stück einzuspringen. "Ich bin froh, dass uns einige Ehrenamtler so engagiert unterstützen, sonst wäre der diesjährige Feriensommer schon ins Wasser gefallen", ist sich der Lagerleiter sicher. Denn die Durchführung der beiden Ferienlager standen zu Beginn des Jahres auf der Kippe. "Aber wir hatten im Januar schon so viele Anmeldungen, dass wir ausgebucht waren. Also sind wir es noch einmal angegangen", erinnert sich Jürgen Lather.

Seit Beginn der Ferienfreizeiten auf dem Lindenhof arbeitet der Parchimer Kreisverband der Arbeitslosen mit dem in Grevesmühlen zusammen, die jedes Jahr den mitten in der Natur gelegenen Lindenhof zur Ferienbetreuung nutzen. Da auch dort die Mittel des Kreisjugendamtes knapper werden, wurde eine Aktion über die Leser der Ostseezeitung genutzt, auch in diesem Jahr 45 Kinder aus sozial schwachen Familien das Ferienerlebnis auf dem Lindenhof zu ermöglichen. All solche Aktionen nützen aber nichts, wenn der Arbeitslosenverband Parchim das Schulungs- und Erholungszentrum finanziell nicht halten kann.

An den Mädchen und Jungen, die derzeit im Barkow ihre Ferien verbringen, gehen diese trüben Aussichten nicht vorbei. "Sie wollten schon eine Sammelaktion starten, damit sie nächsten Sommer wiederkommen können", berichten die sechs Betreuer, die sich derzeit um die Kinder kümmern. Dass der Lindenhof so beliebt ist, liegt sicher am Programm, das sich Jürgen Lather & Co. jedes Jahr einfallen lassen: Dampferfahrt auf dem Plauer See, Besuch im Kletterpark, Tagesausflüge, Baden im Kritzower See, Nachtwanderung, Lagerfeuer, Mini-Playback-Show, Tischtennis- und Volleyballturniere; die Liste ist lang, die Angebote sind interessant.

Am vergangenen Freitag waren die Präventionsberater der Polizeiinspektion Ludwigslust, PHK Reinhard Glinka und POK Eckardt Tackmann mit einem Fahrradparcours zu Gast, einen Tag später die Freiwillige Feuerwehr aus Werder. Am Sonntag konnten die Kinder bei Keramik-Malerei kreativ werden. Dazu kommt eine Kind gerechte Essen-Versorgung durch die Diakonie Dobbertin für die Sechs- bis 14-Jährigen.

"Wir haben noch nicht aufgegeben und sind auf der Suche nach einem Betreiber des Lindenhofs und natürlich über jede Interessens-Bekundung froh", so Jürgen Lather, der mit 62 Jahren ans Aufhören denkt und sein "Werk" gerne in den Händen eines Interessenten wissen würde, der es weiterführt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen