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Felix der Glückliche sahnt richtig ab

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erstellt am 09.Mai.2010 | 08:55 Uhr

Redefin | Er kam, sah und siegte. Felix Haßmann aus Lienen war bei seiner Pferdefestival-Premiere nur mit einem einzigen edlen Vierbeiner angereist: mit dem mittlerweile zwölfjährigen westfälischen Hengst Horse Gyms Lianos. Und der 24-jährige kleinere Bruder des dreifachen Derbygewinners Toni Haßmann räumte in Redefin ab, wie es besser nicht geht: "Ein Pferd, zwei Starts, zwei Siege - eine optimale Ausbeute", so Felix Haßmann. Mit Lianos, der er seit dessen dritten Lebensjahr reitet und seinem Vater Reinhard gehört, räumte die Lienener sowohl am Sonnabend im DKB-Preis als auch gestern im "Großen Preis von Lübzer" ab.

Am Freitag ritt Haßmann noch auf einem ländlichen Turnier in der Region, Samstagfrüh traf er in Redefin ein. Dabei wollte Felix erst nur mir Pkw und Pferdeanhänger auf Fahrt gehen - für ein internationales Turnier wirklich nicht alltäglich. Doch dann entschied er sich um und nahm doch den großen Transporter. Zum Glück. Denn so konnte er nicht nur besser schlafen, sondern zudem auch seinen Siegerpreis vom Samstag, einen Pferdeanhänger, an den Transporter hängen udn mit nach Lienen zu nehmen. Ansonsten hätte Felix ein Problem gehabt.

Ihm am dichtesten kam ihm im Großen Preis Holger Wulschner aus Groß Viegeln bei Rostock. Als Schlussastarter im 17er-Mammut-Stechfeld versuchte der Mecklenburger mit seinem Oldenburger Hengst Little Liberty alles, am Ende fehlten aber knapp vier Zehntel Sekunden (37,12) an der Haßmannschen Vorgabe (36,76). "Felix hat ein optimales Stechen erwischt. Mehr war nicht drin mit Little Liberty, der ein kleines Problem hat, nach links zu springen", so Wulschner, der mit Blick auf die gerade bei der regionalen Startern voll mitgehenden Zuschauern nachschob: "Wenn ich langsam geritten wäre, hätten sie mich wahrscheinlich gesteinigt."

Haßmann hingegen konnte es kaum fassen: "Es war mein erster Großer-Preis-Sieg bei einem internationalen Turnier." Dabei reizte Felix der Glückliche im Normalparcours Fortuna voll aus. Denn beim Einsprung in die Zweifach-Kombination wackelte die Tripel-Barre mächtig gewaltig. Aber es ruckelte sich alles wieder hin, als ob die oberste Stange angenagelt war. Glück hat eben nur der Tüchtige. Anschließend machte der Ulk die Runde, Felix könne seinem älteren Bruder Toni, der seit diversen Monaten schon einen Krachersieg hinterher reitet, ja mal sagen, wie man gewinnt…

Eine bärenstarke Leistung lieferten beim Redefiner Jubiläumsfestival, dem zehnten, auch der britische Bereiter auf der Anlage "Alter Landsitz" in Sommerstorf bei Waren, Richard Robinson, und sein 12-jähriger Holsteiner Wallach Lysander ab. Am Freitag wurde das Paar Zweiter, Samstag Dritter - und gestern toller Fünfter. Titelverteidiger Andre Thieme aus Plau riskierte im Stechen auf seinem derzeitigen Top-Pferd Aragon Rouet längst nicht alles und wurde am Ende Letzter in der Extrarunde. "Aragon (10-jährig - d. A.) ist noch nicht so weit, der kommt im Stechen um keine Kurve. Und als ich Felix Ritt sah, war das zusätzlich Demotivation pur."

Ronald Lüders mit ganz starker Leistung bei der Königs-Dressur

Ebenso wie Haßmann jubelte im Dressurviereck Ronald Lüders vom Kempke Hof in Plaaz vor den Toren Güstrows, den auf seinem erst neunjährigen Oldenburger Hengst Sancisco den bisher größten Triumph landete. Im Grand Prix spezial, der Nonplusultra der Dressur, feierte den zweiten Spezial-Erfolg vor wenigen Wochen in Zierow. "Doch das Feld hier war viel stärker". Lüders verwies mit Vetters aus dem brandenburgischen Stahnsdorf und dessen Fanano keinen geringeren als den letztjährigen Dritten des Hamburger-Dressurderbys.

In weniger Tagen geht es für den Plaazer wie für diverse Mecklenburger Springreiter schon wieder weiter. Das 81. Hamburger Derby ruft. Lüders startet in dessen Rahmen im Mediencup. Wulschner (Derby-Sieger 2000), Thieme (Sieger 2007 und 2008) sowie Derby-Titelverteidiger Thomas Kleis (Wendorf) und weitere sind scharf aufs die blaue Schärpe als Zeichen des Sieges beim schwersten Springen der Welt.

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