Feiern in der Grauzone - Gemeindezentren contra Gaststätten

Herrentag am Gemeindezentrum in Neuendorf. Dem Gaststättengewerbe sind die Ortszentren und Feiern ein Dorn im Auge.
Herrentag am Gemeindezentrum in Neuendorf. Dem Gaststättengewerbe sind die Ortszentren und Feiern ein Dorn im Auge.

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27. August 2008, 06:34 Uhr

Bützow - Fünf Ortszentren unterhält die Gemeinde Bernitt – in Göllin, Moisall, Kurzen Trechow, Schlemmin und Bernitt. „Sie werden oft genutzt, von Vereinen, für Rentnernachmittage der Volkssolidarität und Veranstaltungen der Gemeinde“, sagt Bürgermeister Erhard Finck. Aber auch Private können sich einmieten, ein- bis zweimal im Monat fänden Familien- und andere Feiern statt. Diese Miet-Einnahmen seien wichtig, um einen Teil der Betriebskosten zu decken. „Ohne Vermietung könnten wir uns die Häuser gar nicht leisten“, sagt Erhard Finck.

„Besorgniserregend“, findet das Uwe Barsewitz, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes MV (Dehoga). „Die Gemeinden müssen vermieten, um die in den 90-ern mit Fördermitteln gebauten und zum Teil überdimensionierten Häuser zu unterhalten“, so Barsewitz.

Bedenklich vor allem, weil auch öffentlich-rechtliche Institutionen und Parteien diese Räume mieten. Dorfgasthöfen gingen dadurch Einnahmen verloren. „Viele haben zugemacht. Wo kein Kläger, da auch kein Richter“, sagt Dehoga-Geschäftsführer Barsewitz.

„Wir haben schon lange keine Gaststätten mehr“, sagt Bernitts Bürgermeister Erhard Finck. In der Nachbargemeinde Jürgenshagen gibt es noch einen Gasthof. Auch dort betreibt die Gemeinde Ortszentren. „Mit Konkurrenz haben wir keine Probleme“, sagt Jürgenshagens Bürgermeisterin Elfriede Schmidt.

Gegen private Feiern in öffentlichen Gemeindezentren könne der Hotel- und Gaststättenverband nichts ausrichten. „Das ist nicht schön, aber da ist auch nichts zu machen“, sagt Uwe Barsewitz. Schlimmer aber sei, dass Vereine und Gemeinden zunehmend mit Schwarzgastronomie ihre klammen Kassen aufbessern.

Ob Skat- oder Tanzabend, „wenn jeder Zugang hat und ausgeschenkt wird, ist das ein Gastgewerbe“, sagt der Dehoga-Geschäftsführer. Seine Mitglieder müssten dafür Auflagen erfüllen, dadurch kämen auch höhere Preise zu Stande, während Vereine und Gemeinden ehrenamtlich ausschänken. „Wo wir so etwas mitkriegen, zeigen wir es auch an“, sagt Barsewitz.

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