zur Navigation springen

Wehr an der Mühle soll umgebaut werden : Fehler von Brüel in Warin verhindern

vom

Eine weitere Barriere für Fische verschwindet an der Oberen Warnow. Das alte Wehr an der Mühle in Warin soll abgerissen und durch eine neue Stauanlage mit Fischaufstieg ersetzt werden.

Eine weitere Barriere für Fische verschwindet an der Oberen Warnow. Das alte Wehr an der Mühle in Warin soll abgerissen und durch eine neue Stauanlage mit Fischaufstieg ersetzt werden. Beim Wasser- und Bodenverband Obere Warnow in Warin laufen die Vorbereitungen. Nach ersten Schätzungen sollen rund 600 000 Euro investiert werden. Ziel ist es, den Umbau bis Ende 2013 abzuschließen, sagt Verbandsgeschäftsführerin Andrea Döring.

Eigentlich sollte schon früher gebaut werden. Doch nach den Schwierigkeiten mit dem Umbau des Brüeler Wehres wurden die Planungen in Warin noch einmal neu aufgerollt. Wie SVZ berichtete, funktionierte der neu installierte Fischaufstieg in der Nachbarstadt nicht. Es musste nachgebessert werden. Als Grund sehen Experten, dass die Planung in Brüel auf Grund einer falschen Datengrundlage für den zu erwartendenden Wasserabfluss erfolgte.

Es ist schwierig, die richtigen Daten zu erhalten. Auch angesichts der Klimaveränderungen. Dabei erweist es sich beispielsweise als ein Problem, dass es in der Region keine Messstelle des Deutschen Wetterdienstes gibt, mit der die präzisen Niederschlagsmengen erfasst werden. Die Planer wollen sich jetzt auf Aussagen des so genannten "Kostra-Atlas" stützen, mit dem selbst extreme Niederschlagshöhen auch für kleine Regionen in Deutschland simuliert werden. Dabei wird die Vegetation mit einbezogen, um letztlich beispielsweise herauszufinden, wie viel Wasser am Wariner Wehr ankommt, wenn es in Neukloster regnet. Die neue Fischtreppe in Warin muss auch so bemessen sein, dass die Fische zu keiner Zeit auf dem Trockenen liegen.

Zwischen der Brücke über die Bundesstraße an der Mühle und dem Glammsee muss auf einer Länge von 90 Metern ein Höhenunterschied von drei Metern überwunden werden, erklärt Döring. Um diese Strecke für den Fischaufstieg zu verlängern und nicht ganz so steil zu gestalten, wird ein Bach neben dem jetzigen Wasserlauf in einer Schleife verlegt, sehen die derzeitigen Planungen vor. Die eine Hälfte des Baches in Warin wird aber auch künftig durch ein Wehr angestaut.

Ob nach dem Umbau in Warin noch wie bisher Strom mit Wasserkraft erzeugt wird, bleibt fraglich. "Es gibt kein Staurecht", sagt Döring. "Wir nehmen keine Rücksicht auf die Energiegewinnung." Es sei auch eine Forderung des Landesanglerverbandes, dass künftig an dieser Stelle keine Energiegewinnung mehr stattfindet, weil durch die Anlagen auch immer Fische in Mitleidenschaft gezogen werden.

Nach dem Umbau des Wariner Wehrs gibt es nur noch ein Hindernis für Fische zwischen Warnow und Neuklostersee. Das ist die Wehranlage Tempzin. Der Wasser- und Bodenverband ist bestrebt, auch hier in den nächsten Jahren die Durchgängigkeit für Fische herzustellen. Ebenso wie an der letzten mächtigen Barriere für Wassertiere an den Nebenflüssen der Oberen Warnow - am Wehr in Langen Jarchow Richtung Neuhofer See.

zur Startseite

von
erstellt am 22.Dez.2011 | 12:20 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen