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16. Dezember 2017 | 00:50 Uhr

Fans fassungslos: "Eine Schande"

vom

svz.de von
erstellt am 09.Mai.2010 | 08:55 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Fassungslosigkeit vor den heimischen Bildschirmen: Die Randale der Rostocker Fußballfans in der Düsseldorfer Esprit Arena machten die Zuschauer vor den heimischen Bildschirmen wütend. "Was da passiert ist, ist eine wahre Schande. Ich habe mich geschämt, ein Hansafan zu sein", sagt Ulf Luschas (27). "Dass Hansa gekämpft hat, gerät ganz und gar in den Hintergrund. Unfassbar, dass ein Spiel ohne Verlängerung zwei Stunden und 15 Minuten dauern kann."

Zwei mal musste die Partie, die für die Hanseaten den Kampf um die Ligazugehörigkeit im kommenden Spieljahr bedeutete, unterbrochen werden. Kopfschütteln bei Silvio Hilscher (34) in der 83. Minute: "Was sind das für Deppen? Wenn das Spiel jetzt unterbrochen wird, ist Schluss! Das heißt Zwangsabstieg. Das sind für mich keine Fans. Mit Fußball hat das wirklich nichts mehr zu tun." Bange Minuten verbrachte er mit über hundert Gleichgesinnten in der Kneipe "Waldemar und Margarete", eine von drei lizensierten Premiere Sportsbars in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Auf drei Bildschirmen kann dort seit eineinhalb Jahren Sport aus aller Welt verfolgt werden. Einen vierten Bildschirm gibt es für draußen. "Schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft blieben die Leute auf dem Gehweg stehen, um mit ihrer Mannschaft zu zittern", sagt Veranstalter Thomas Waldemar, "die Autos hielten den Verkehr auf." Ein ähnliches Bild ergab sich auch gestern. Doch die Gesichter der Fans waren von Bitterkeit gezeichnet. Lautstarkes Fluchen hallte durch den Stadtbereich.

Dabei keimte in der zweiten Halbzeit noch Hoffnung, beim zwischenzeitlichen 1:2 von Hansa-Kapitän Tim Sebastian. "Jetzt wird es noch mal spannend", sagt Julia Schwanbeck (22), die das Spiel draußen von einer Bank aus verfolgte. Doch am Ende: "Es ist ernüchternd, sich immer wieder aufzuraffen und ins Stadion zu gehen. Man bekommt immer wieder eine gleich schlechte Leistung geboten. Nun kommen die Krawalle hinzu, die den Sport kaputt machen. Man hat ja auch Angst, sich dann unter das Publikum zu mischen." Auch Katja Schäfer genießt gern die Atmosphäre bei Spielen, ist Fan seit 1991. "Die angereisten Anhänger von Hansa sind sich der Tragweite doch bewusst. Was soll das? Rauchbomben helfen keinem. Der Mannschaft nicht, dem Club nicht. Stattdessen schadet es den Ruf, dem Team und der ganzen Region. Das wird Konsequenzen haben."

Aufgrund von insgesamt 159 Verhaftungen und 16 verletzten Polizisten, droht den Rostock-Fans nun der Ausschluss beim Relegationsspiel in Ingolstadt. Es bleibt die Frage offen, wer das Team dann unterstützt.

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