Falsches Signal aus der Hansestadt

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12. Juli 2008, 08:14 Uhr

Laage - Der Landkreis Güstrow hält 35 Prozent Anteile an der Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH. In diesem Jahr bringt er laut Plan 280 000 Euro auf, um die Verluste des regionalen Flughafens auszugleichen. Nach der gestrigen planmäßigen Sitzung der Gesellschafter relativiert Roger Hewelt: „Die Hansestadt prüft vor dem Hintergrund einer prekären Haushaltslage ihr Engagement für den Flughafen und schaut dabei nach Schwerin.“

Auch für den Landkreis Güstrow räumt der Planungsamtsleiter ein, dass man sich ein stärkeres Engagement des Landes wünschen würde. Ein Ausbau als Landesflughafen sei eine Alternative zum jetzigen Modell der kommunalen Gesellschafter. „Wir stehen jedem, der sich am Flughafen engagieren möchte, egal ob kommunal oder privat, offen gegenüber“, betont Hewelt.

Weil aber ein solcher Interessent nicht in Sicht sei – auch das Land hat mehrfach bekundet und das gestern ressortübergreifend bekräftigt, dass ein Einstieg in den notorisch defizitären Flughafen nicht infrage kommt – setze der Landkreis auf die Entwicklung des Flughafens. Die Richtung, so Hewelt, sei mit den neuen Verbindungen von Köln und Stockholm nach Rostock-Laage vorgegeben.

„Wir müssen uns auf die einkommenden Touristen konzentrieren“, sagt der Planungsamtsleiter des Landkreises. Mit dem Rückzug von Air Berlin müsse man nun die andere Richtung mehr ins Blickfeld rücken. „Hier muss sich insbesondere auch der Landestourismusverband mit einbringen“, erwartet Hewelt und lässt keinen Zweifel daran, dass auch der Landkreis Güstrow seine Beteiligung am Flughafen permanent auf den Prüfstand stellen müsse, seine Unterstützung letztendlich aber darin begründet sieht, dass der Airport ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg sei.

„Ich will, dass der Flughafen als Infrastruktureinheit funktioniert“, stellt Uwe Heinze den Gesellschafter Laage mit etwa elf Prozent Anteilen nicht infrage. Auch wenn Laages Bürgermeister die drei kommunalen Gesellschafter auf Dauer mit dem Airport überfordert sieht, käme aus Rostock jetzt ein „falsches Signal“. „Wir müssen viel mehr den Flughafen voranbringen“, sagt Heinze. Potenzielle Partner sieht er in der Tourismus-Branche.

„Das Land wird nicht Gesellschafter werden, aber es muss wissen, welche Tourismuspolitik es betreibt“, betont Laages Bürgermeister und denkt daran, Rostock-Laage als Lufteinfallstor für Touristen weiter zu öffnen. „Landespolitische Aktionen können dabei hilfreich sein, eine andere Wirkung haben als das Werben der Gesellschafter“, so Heinze.

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