Fahrradflotte geht auf Kurs

von
15. April 2008, 09:07 Uhr

Dechow - Verantwortlich dafür, dass die Radlermassen den Schaalsee besonders am Ostufer meiden, seien auch die Straßenverhältnisse: „Die Radwege entsprechen nicht dem, was für den Radtourismus nötig ist“, sagt Gunnar Koech, Fahrradverleiher aus Dechow.

Schaalseerundweg ist attraktiv
Ein Meilenstein sei zwar schon der Radweg zwischen Gadebusch und Ratzeburg gewesen, aber kein Anreiz für zusätzliche Touristen am Schaalsee. „Das ist eben nicht die schönste Strecke“, sagt Koech. Attraktiver ist da schon der Schaalseerundweg. Zumindest theoretisch. Die Situation auf der MV-Seite gleiche speichentechnisch gesehen einem Entwicklungsland, sagt Koech. Eng, manchmal viel befahren und nicht einladend für Pedalritter.

Nicht ganz so dramatisch sieht die Lage Wolfram Pohl, Regionalentwickler von der Biosphärenreservatsverwaltung in Zarrentin. Mit der Radwegebroschüre, in der Empfehlungen für die optimale Schaalseeumrundung gegeben werden, sieht er das Reservat auf richtigem Wege zu „einem naturverträglichen Tourismus.“ „Es gibt allerdings durchaus Potenzial, die Situation für Radler weiter zu verbessern“, sagt Pohl. So sei etwa ein Weg zwischen Lassahn und Kneese wünschenswert. Im Amt Gadebusch sieht man dafür kaum Chancen. Das Geld müssten in den meisten Fällen Gemeinden oder Kreis aufbringen, die angesichts der finanziellen Belastung dankend ablehnen dürften.

Was wiederum nicht mehr Radtouristen auf die MV-Seite des Schaalsees locken dürfte. Zusammen mit einem Kanuverleiher plant Gunnar Koech deshalb schon länger Erlebnistouren zwischen Lübeck und Ratzeburg. Kaum zwischen Dechow und Zarrentin. Seine gelben Räder fährt er mit einem Anhänger dahin, wo die Touristen sie brauchen, mit einer Vorlaufzeit von zwei bis drei Tagen.

Hilfe gibt es auch in den Abendstunden
„Wir haben in der Region einen weit gefächerten Individualtourismus. Da funktioniert ein Verleih an einem festen Standort nicht.“ Deshalb lagert er seine 120-Vehikel-starke Truppe in Hallen in Schlagsdorf, Dechow und bei Ratzeburg, um sie von dort aus zum Kunden zu bringen.

Kommen die Pedalritter im beschaulichen Dechow vorbei, um im Dorfgemeinschaftshaus zu übernachten und brauchen Hilfe, können sie einige Häuser weiter klingeln. Gunnar Koech, hilft bei Platten oder Kettenproblemen – auch abends. Der „Radlerpoint“ ist ein Zusatzangebot des Dorfgemeinschaftshauses, in dem zumeist Jugendgruppen in jugendherbergsähnlicher Atmosphäre während der Saison nächtigen. Schlangestehen dürften sie dort aber nicht, das Gros der Radtouristen fährt über schleswig-holsteinische Pisten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen