Schaden betrug 2011 knapp 3 Millionen Euro : Fahrraddiebe schlagen in MV wieder häufiger zu

 Den Dieben wird es oft zu leicht gemacht – die Räder haben häufig keine guten Schlösser. Foto: dpa
Den Dieben wird es oft zu leicht gemacht – die Räder haben häufig keine guten Schlösser. Foto: dpa

Der Fahrradklau im Land nimmt wieder zu. Nach einer Erhebung des Versicherungsportals "Geld.de" wurden im letzten Jahr 7623 Fahrräder gestohlen. Der Schaden wird vom Landeskriminalamt auf 2,97 Millionen Euro geschätzt.

svz.de von
06. Juli 2012, 11:33 Uhr

Schwerin | Der Fahrradklau nimmt in Mecklenburg-Vorpommern wieder zu. Nach einer Erhebung des Versicherungsportals "Geld.de" wurden im vergangenen Jahr 7623 Fahrräder gestohlen. Der Schaden wird vom Landeskriminalamt (LKA) auf 2,97 Millionen Euro geschätzt. 6258 gestohlene Räder registrierte die Landespolizei dagegen im Jahr 2010.

"Häufige Tatorte waren Fahrradständer auf Straßen, Plätzen und vor Geschäften sowie Hausflure und Keller", teilte das Polizeipräsidium Rostock im Zusammenhang mit einer Diebstahlserie in Westmecklenburg mit. Nur jede zehnte Straftat konnte im vergangenen Jahr aufgeklärt werden. Von den 650 ermittelten Tatverdächtigen waren 50 Prozent jünger als 21 Jahre. 8,9 Prozent der mutmaßlichen Fahrraddiebe waren sogar Kinder.

So hatte die Kriminalpolizei in Hagenow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) eine dreiköpfige Diebesbande ermittelt, von denen zwei Mitglieder 15 Jahre und ein Mitglied 16 Jahre alt waren. Den Beschuldigten wird vorgeworfen im vergangenen Jahr 38 Fahrräder gestohlen zu haben. Nach dem Diebstahl demontierten die Jugendlichen die Räder und vermischten sie mit Bauteilen anderer gestohlener Bikes, um die Wiedererkennung zu erschweren.

Nach einer Analyse des Schweriner LKA werden mit einem Anteil von 66 Prozent am häufigsten mittelpreisige Modelle im Wert von 50 bis 500 Euro gestohlen. In 24 Prozent aller Fälle war das Rad teurer als 500 Euro. Bei 10 Prozent lag der Wert unter 50 Euro.

Bei den Diebstählen gibt es gravierende regionale Unterschiede. Hochburgen des Fahrradklaus waren im vergangenen Jahr wieder die Universitätsstädte Greifswald und Rostock. So führt der Landkreis Vorpommern-Greifswald in der Liste der Fahrraddiebstähle mit 2077 Fällen deutlich vor Rostock mit 1290 Fällen und Vorpommern-Rügen mit 1021 Fällen an.

Dabei nutzen die Täter häufig die Sorglosigkeit ihrer Opfer aus. "Längst nicht alle entwendeten Fahrräder waren ausreichend vor Diebstählen gesichert", bemängelte das Rostocker Präsidium. Neben stabilen Schlössern werden als zusätzlicher Schutz Fahrradcodierungen empfohlen, bei denen ein Zahlencode in den Rahmen eingraviert wird. Beim Auffinden und bei Kontrollen lässt sich der Eigentümer anhand des Codes ausfindig machen. Die Polizei bietet die Codierung kostenlos an.

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