Deutsche Meisterschaft der Fährtenhunde bei Groß Bäbelin : Fährtenhunde schnuppern um Wette

Rasja und Herrchen Harald Finger im Einsatz: Rasja ist eine Polizeihund, die meisten Fährtenhunde aber reine Familienhunde. Karina Hoppe
Rasja und Herrchen Harald Finger im Einsatz: Rasja ist eine Polizeihund, die meisten Fährtenhunde aber reine Familienhunde. Karina Hoppe

29 Teams aus ganz Deutschland am Start: Die Hundesportvereine Güstrow und Dehmen haben von Freitag bis gestern die „Deutsche Meisterschaft der Hundesportverbände Fährten“ veranstaltet.

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15. November 2010, 11:58 Uhr

Die Autokennzeichen verheißen, dass hier etwas Besonderes stattfindet: TBB, KM, DA, BO, JL oder EL. Was machen sie nur, die Herren und Damen, die Sonnabend um die Mittagszeit in Grüppchen auf dem Feldweg bei Groß Bäbelin stehen und mit dem Fernglas auf den Acker schauen? Ein Blick genau dorthin lässt es erahnen: Ein Hund hält in der Ferne seine Schnauze dicht über dem matschigen Grund, fünf Herren verfolgen ihn in seinem Treiben, einige halten Tafeln in der Hand. Die Hundesportvereine (HSV) Güstrow und Dehmen haben von Freitag bis gestern die "Deutsche Meisterschaft der Hundesportverbände Fährten" veranstaltet, oder besser in die Praxis umgesetzt, denn Ausrichter ist der Deutsche Verband der Gebrauchshundsportvereine (DVG).

29 Teams aus ganz Deutschland am Start

Dessen Präsidentin Christa Bremer war mit vor Ort und erklärte in Gummistiefeln, was da auf den Äckern eigentlich genau passiert. Danach sind 29 Teams aus Herrchen und Hund an den Start gegangen, aus ganz Deutschland kommen sie, mit Ottomar Kreye aus Kühlungsborn war auch Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Jeder Hund muss zwei Fährten folgen. Ein so genannter Fährtenleger hat sie drei Stunden vor Start gelegt, das heißt, er ist eine genau vorgeschriebene Route auf dem Acker langsam abgegangen, zwei Kilometer lang, mit spitzen und rechten Winkeln versehen, auch einem Omega und sieben Gegenständen, die der Hund finden muss.

Aber was um Himmels Willen riecht denn der Hund? Der Fährtenleger hat Gummistiefel an, die Fläche ist feucht und der Wind weht. "Hunde können aber 100 000-mal besser riechen als wir Menschen", erklärt Christa Bremer. Zum einen verändere sich durch den Druck der Stiefel in die Erde das bakterielle Klima, zum anderen rieche der Hund, was der Mensch beim Gehen fallen lässt, Haare, Hautschuppen… Die, die an der Meisterschaft teilnehmen, bestaunen dies nicht mehr. Sie sind lediglich höchst konzentriert, wenn ihr Hund eine Fährte abläuft, die sie selbst nicht kennen.

Absprachen mit Landwirten und Jagdpächtern unkompliziert

Harald Finger etwa aus Hessen, der mit Rasja an den Start geht, ein Hund der Rasse Hollendse Herder. Rasja habe sehr intensiv gesucht, befindet nach dem Test Leistungsrichter Wilfried Schäpermeier, auch aber, dass "die Bogenarbeit nicht ganz korrekt war". Rasja bildet als Polizeihund eine Ausnahme im Wettkampf. "Die meisten sind reine Familienhunde, die Meisterschaft findet im Hobbybereich statt", so Christa Bremer, die jedes Mal froh ist über eine Meisterschaft in den neuen Bundesländern, denn hier seien nicht nur die Flächen größer, sondern auch die Absprachen mit Landwirten und Jagdpächtern wesentlich unkomplizierter.

Beseelt sind an diesem Wochenende am Rande der Äcker Dieter Kammin und Jörg Bentin von den Hundesportvereinen Güstrow und Dehmen. Sie haben die erste Hochkaräter-Veranstaltung dieser Art organisiert. Unterkunft, Fährtenleger, Zeitplan, Wetter, warmes Zelt: Es habe doch alle gut geklappt. Sieger wurde schließlich Karsten Herglotz aus Nordrhein-Westfalen. Der einzige Teilnehmer aus MV, Ottomar Kreye, landete auf Platz 14.

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