zur Navigation springen

Verbindung über die Elbe unterbrochen : Fähre "Tanja" muss zur Inspektion

vom

Keine guten Nachrichten für die Nutzer der "Tanja" zwischen Darchau und Neu Darchau. Die Fähre muss vom 16. April an nach Hitzacker in die Werft. Dazu kommt die erste Erhöhung der Preise seit Beginn des Fährbetriebs.

svz.de von
erstellt am 14.Apr.2011 | 06:31 Uhr

neu Darchau | Keine guten Nachrichten für die Nutzer der "Tanja" zwischen Darchau und Neu Darchau. Die Fähre muss vom 16. April an nach Hitzacker in die Werft. "Zwischen den TÜV-Terminen liegt noch ein Inspektionstermin, den müssen wir nun wahrnehmen. Wir haben uns ganz bewusst diesen Zeitpunkt ausgesucht, weil dann Ferien in Niedersachsen sind und die Schüler nicht die langen Wege über Lauenburg machen müssen", erläuterte der Betriebsleiter des Fährbetriebes, Erwin Kruse gegenüber SVZ. Es müssten Dichtungen erneuert und kleinere Reparaturen durchgeführt werden. "Unsere Mitarbeiter arbeiten auf der Werft mit und wir hoffen, dass dann die "Tanja" am 22. April wieder einsatzbereit ist."

Erste Erhöhung der Preise seit Beginn des Fährbetriebs

Die zweite schlechte Nachricht ist, dass die Fährpreise erhöht werden zum 1. Mai dieses Jahres. Die Überfahrt kostete für eine Person 1 Euro, für das Auto 2,50 Euro. Ab Mai werden für eine Person 1,50 Euro verlangt und für ein Auto 3 Euro. Auch die Zehnerkarten werden teurer (Person von 7 auf 10 Euro, Auto von 16 auf 20 Euro). Der Preis für die Monatskarte für Pendler allerdings steigt nur sehr moderat von bisher 56,50 Euro auf dann 60 Euro an. "Das haben wir natürlich ganz bewusst so gemacht, wir wollten die Pendler so wenig wie möglich belasten", so Kruse.

"Wir sahen aber keine andere Möglichkeit mehr, der Fährbetrieb fährt sonst in die Verlustzone", ergänzt Bürgermeister Ralf Hinneberg. "Es ist die erste Erhöhung seit 20 Jahren, aber unsere Kosten sind enorm gestiegen. Wir haben mal 25 Cent für den Liter Diesel gezahlt, inzwischen sind es 71 Cent. Durch das Hochwasser hatten wir einen enormen Mehrverbrauch, die Reparaturkosten sind gestiegen, die Erhöhung musste sein."

Angesprochen auf die Hereinnahme des Sportboothafens in den Eigenbetrieb Fähre stellt Bürgermeister Hinneberg klar: "Wir wollen für den Ausbau des Sporthafens Rücklagen verwenden, die der Fährbetrieb in guten Zeiten erwirtschaftet hat, das haben wir bei anderen Projekten für die Gemeinde auch schon vorher gemacht." Die vom Gesetzgeber vorgeschrieben Rücklagen für den Fährbetrieb, die auf 76 000 Euro festgelegt sind, würden natürlich nicht angetastet, das sei ausgeschlossen. Der Gemeinderat hatte beschlossen, den Sportboothafen und den Fährbetrieb zusammen als Eigenbetrieb zu führen, weil dann bei der Verwendung der überschüssigen Rücklagen für ein anderes Gemeindeprojekt keine 15 prozentige Abgeltungssteuer fällig werde. "Wir haben das von der Kommunalaufsicht prüfen lassen, das wird wohl klappen", so Hinneberg.

Der Sportboothafen soll von bisher 30 auf 60 Plätze ausgebaut werden. Veranschlagte Kosten sind etwa 1,2 Millionen Euro. Die Gemeinde hofft auf eine Förderung und rechnet mit einem von ihr zu leistenden Eigenanteil von 300 000 Euro. Man stehe mit dem Antrag auf Fördermittel in Konkurrenz mit Hitzacker. Wenn es keine Mittel gebe, dann sei der geplante Ausbau des Sportboothafens ohnehin nicht realisierbar. Man erhofft sich mit einem erweiterten Sportboothafen, dass auch größere Boote hier halt machen und örtlicher Handel und Gastronomie davon profitieren. Die Gemeinde hat erneut den Landkreis angeschrieben mit der Bitte, für die Pendler aus dem Amt Neuhaus auch einen Zuschuss zur Monatskarte zu erhalten wie es der Fall ist bei der Fähre in Bleckede. "Wir wollen nichts für uns, aber für die Pendler wäre es nur gerecht", findet Ralf Hinneberg.

Die Nutzer der Fähre sind natürlich nicht begeistert von der Erhöhung. Ohnehin macht im Amt der Spruch die Runde, dass man durch die Fährkosten den Neu Darchauern die Haushaltskasse füllt. Allerdings war man nach der Wende rechtselbisch nicht so schnell und pfiffig, den Fährbetrieb selbst aufzubauen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen