„Fackeln für die Elbe“ - Protest gegen Elbe-Bauprojekte in 41 Städten

Mitglieder von Kirchengruppen und zahlreichen Vereinen und Umweltschützer protestierten am Samstag in Dresden mit brennenden Fackeln gegen den Ausbau der Elbe und fuer den Erhalt des Dresdner Elbtals als Unesco-Weltkulturerbe. Foto: ddp
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Mitglieder von Kirchengruppen und zahlreichen Vereinen und Umweltschützer protestierten am Samstag in Dresden mit brennenden Fackeln gegen den Ausbau der Elbe und fuer den Erhalt des Dresdner Elbtals als Unesco-Weltkulturerbe. Foto: ddp

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01. Dezember 2008, 02:36 Uhr

Hamburg/Magdeburg - Mit brennenden Fackeln entlang der Elbe haben Umweltschützer und Anwohner am Samstag gegen den Ausbau des Flusses für die Schifffahrt protestiert. Zwischen der deutsch- tschechischen Grenze und der Nordsee habe es unter dem Motto „Fackeln für die Elbe“ Aktionen in 41 Städten mit zusammen etwa 12 000 Teilnehmern gegeben, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Sonntag in Magdeburg mit. In Hamburg entzündeten nach Angaben des Naturschutzbundes NABU rund 200 Gegner der Elbvertiefung Lichter an den Landungsbrücken.

„Wir hoffen, dass auch den Verantwortlichen in der Hafenwirtschaft und der Politik ein Licht aufgeht und sie die Gefahren der Elbvertiefung für Mensch und Natur nicht länger ignorieren“, sagte der Geschäftsführer des NABU Hamburg, Stephan Zirpel, am Samstag.

Der Bund und die Hansestadt wollen für mehr als 300 Millionen Euro die Elbe bis zum Hamburger Hafen um einen Meter für Schiffe mit einem Tiefgang bis 14,5 Meter ausbaggern. Zum Ende der Einwendungsfrist für die Elbvertiefung vor gut einer Woche waren nach Angaben der Wirtschaftsbehörde in Hamburg 330 und in Kiel 320 Einwendungen eingegangen. Im Frühjahr 2009 soll es Erörterungstermine zu den Einwendungen geben.

Bereits im Januar hatten tausende Menschen Lichter an den Ufern der Elbe angezündet. Mit den Fackelketten wollen der NABU und der BUND ein „Zeichen gegen die ökologisch schädliche Vertiefung der Elbe“ setzen. Bereits die letzte Vertiefung habe der Natur massiv geschadet, teilten die Umweltverbände mit. „Ökologisch wichtige Flachwasserbereiche verschlicken zunehmend, außerdem herrscht immer häufiger Sauerstoffmangel.“

Im Mittelpunkt der Proteste in den 41 Städten standen neben der Elbvertiefung zwischen Hamburg und Cuxhaven auch Uferbefestigungen etwa nahe des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs, die Umweltschützer seit längerem als „Steinigung des Flusses“ anprangern. Durch die Bauprojekte werde eine einmalige Flusslandschaft zerstört, sagte die Elbe-Koordinatorin des BUND, Iris Brunar. Zudem sei der Ausbau, der Millionen Steuergelder verschlinge, wirtschaftlich unsinnig.

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