Sternberger Seenland : Experten staunen über Biber an Warnow

Mario Krüger zeigt die Broschüre mit Tipps zum Leben mit dem Biber, die der Naturpark herausgegeben hat. Michael Beitien
Mario Krüger zeigt die Broschüre mit Tipps zum Leben mit dem Biber, die der Naturpark herausgegeben hat. Michael Beitien

Die Biber im Sternberger Seenland verhalten sich anders als in Lehrbüchern beschrieben. Das weiß Naturparkranger Krüger auch aus seinen Kontakten mit Ebersbach, der eine Konfliktstudie über die Biber erstellt.

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08. Dezember 2010, 11:48 Uhr

Bisher gingen Fachleute davon aus, dass sich Biber nur über Wasserläufe ausbreiten, so Krüger. Im Sternberger Seenland gibt es aber Beispiele, dass sich die Nager in Gewässern ohne Zu- und Abfluss angesiedelt haben. Zum Teil liegen die Biberburgen sogar fünf bis sechs Kilometer von anderen Gewässern entfernt. Ein Beispiel ist der Sydowsee bei Wendorf. Aber auch die Biberreviere am Glasermoor bei Kritzow und am Zaschendorfer Moor nennt der Ranger. Auch eine andere These über den Biber scheint im Sternberger Seenland nicht zu gelten, nämlich dass die Nager immer auch viel Wasser benötigen. In Schönlage gibt es ein Revier in einem Kesselmoor mit ganz wenig Wasser, sagt Krüger. Der Biber nutzt hier nur einen ganz kleinen Wassergraben.

Scherzhaft habe ihm Holger Ebersbach schon gesagt, dass es sich hier an der Warnow offensichtlich um eine neue Art handelt, erzählt Krüger,

Die ersten Biber in der Region waren 1990 ausgesetzt worden. Daraus hat sich mittlerweile eine Population mit fast 100 Familien und geschätzt über 300 Tieren gebildet.

Inzwischen werden einige alt bekannte Reviere aber auch wieder aufgegeben, berichtet Mario Krüger. Als Beispiel nennt er das Wachholdertal bei Weberin. Grund ist offensichtlich, dass die Biber in der Regel nach zehn bis 15 Jahren ihre Altersgrenze erreicht haben, erklärt Naturparkrangerin Margot Rossow. Die Ranger werden bis zum April in einem großen Monitoring alle Biberreviere im Sternberger Seenland neu erfassen.

Bei Konflikten mit den Bibern können sich Bürger aus der Region an die Naturparkverwaltung in Warin wenden. Mario Krüger verweist zudem auf die Broschüre "Leben mit dem Biber", die im Besucherzentrum in Warin erhältlich ist. Darin gibt es beispielsweise Tipps, wie man sich gegen Fraßschäden schützen kann.

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