"Eva" als mütterliche Freundin

<strong>Mit  dem Nachwuchs hat es bisher nicht geklappt: </strong>Clara (vorn) und Limpopo gehen im Schweriner Zoo noch immer größtenteils getrennte Wege. <foto>Klawitter</foto>
Mit dem Nachwuchs hat es bisher nicht geklappt: Clara (vorn) und Limpopo gehen im Schweriner Zoo noch immer größtenteils getrennte Wege. Klawitter

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07. Juli 2010, 09:38 Uhr

Ostorf | "Clara" und "Limpopo", die beiden Nashörner des Schweriner Zoos, bekommen von heute an Gesellschaft im Gehege: "Eva" heißt die Nashorn-Dame aus dem Tierpark im dänischen Givskud, die die Dickhäuter-Familie in der Lan des haupt stadt ver stärken wird. Tatsächlich, so erklärt Vize-Zoodirektor Dr. Wolfgang Zessin, soll die 28-jähri ge Kuh eine Art Mutter-Funktion für die junge Clara übernehmen.

Gegen 16 Uhr wird Eva in Schwerin erwartet. Zessin und Tierpfleger Rainer Tippelt sind persönlich nach Dänem ark gefahren, um die Nashorn-Kuh abzu holen. In einer klimatisierten Box legt die Nashorn-Kuh die Reise nach Schwerin zurück. Immerhin rund sechs Stunden wird der schwergewichtige Transport dauern. "Wir hoffen, dass es keinen Stau gibt", sagt Zessin.

Zucht-Koordinator würdigt Engagement

Dass der Schweriner Zoo ein weiteres Nashorn bekommt, verdankt er dem Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes für Breitmaulnashörner, Lars Versteege. "Mit seiner Entscheidung für Schwerin würdigt Versteege die Arbeit, die in unserem Zoo geleistet wird", betont Zessin. Rund eine Million Euro, darunter insbesondere auch Fördergeld vom Land, investierte der Tierpark in seine neue Nashorn-Anlag e, die den Dickhäutern viel Komfort bietet. So ist zum Beispiel jede der sechs Boxen mit Fuß boden-Heizung und Deckenst rahler ausgestattet. Das insgesamt rund 5000 Quadratmeter große Gehege bietet außerdem jede Menge Auslauf.

Der erhoffte Zuchterfolg mit Clara und Limpopo allerdings blieb vorerst aus. Zwar befinden sich die beiden Tiere mit fünf bzw. acht Jahren im besten Alter , doch sind die bisherigen Paarungsversuche gescheitert. Statt sich Limpopo anzunähern, versteckt sich Clara lieber hinter einem Baum. "In der freien Natur suchen sich die Nashorn-Kühe einen Bullen aus", berichtet der stellvertretende Zoodirektor. Da Clara aber in ihrer südafrikanischen Heimat relativ früh von ihrer Mutter getrennt worden sei, habe sie nicht miterlebt, wie diese von einem Bullen gedeckt wurde. Die Nashorn-Kuh wisse also gar nicht so recht, worum es geht, fühle sich von Limpopos durchaus ruppigen Avancen mehr bedroht als liebkost, so Zessin. "Clara hat Angst vor dem Bullen."

In Givskud die Geburt von zwei Jungen miterlebt

Eine ordnende Hand in der schwierigen Beziehungskiste erwarten sich die Verantwortlichen im Zoo nun von Eva. Die erfahrene Nashorn-Dame soll die Beziehung von Clara und Limpopo in harmonische Bahnen lenken, vor allem dem Weibchen den Rücken stärken. Geboren wurde Eva im September 1981 im Safari-Park im englischen Longleat. Eigene Kinder brachte sie bislang nicht zur Welt. "Im Zoo von Givskud erlebte die Kuh aber die Geburt und Aufzucht von zwei Nashorn-Babys mit", schildert Zessin.

Theoretisch könne auch Eva in ihrem Alter noch trächtig werden, sagt der stellvertretende Zoodirektor. Das sei jedoch unwahrscheinlich. Zunächst komme es darauf an, dass sich die Nashorn-Kuh von ihrer langen Reise erholt und sich im Schweriner Tierpark einlebt. "Eva wird sich das Gehege mit Clara teilen ", kündigt Zessin an. Limpopo bleibe derweil in einem anderen Teil der Nashorn-Anlage.

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