EU finanziert Wallenstein-Studie - Dem Kreis stehen 520 000 Euro für ein Raumordnungsverfahren zur Verfügung

von
25. August 2008, 08:51 Uhr

Nordwestmecklenburg - Der Vorsitzende des Kreistags-Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt, Raimar von Böhl (CDU) spricht von einer enormen Chance. „Hier wird etwas angeschoben, das eine gesamte Region stärken kann. Die Gelder für das Raumordnungsverfahren stellt die EU zur Verfügung“, sagt von Böhl. Nach Information unserer Zeitung sind Gesamtausgaben von 520 000 Euro veranschlagt.

Durch das Raumordnungsverfahren soll u. a. untersucht werden, was machbar und verträglich wäre. Mit anderen Worten: Fachgutachten sollen eine Vision mit Fakten untermauern. Die Hansestadt Wismar sowie die Gemeinden Hohen Viecheln und Dorf Mecklenburg sprachen sich bereits für die Eröffnung des Raumordnungsverfahren aus.

„Diesen Wallenstein-Wasserweg halte ich für sehr sinnvoll. Er würde die Verbindung zwischen der südlichen Ostsee und Schwerin und somit auch Berlin und Hamburg darstellen. Die befürchtete Sorge, der Schweriner See würde leer laufen, ist Blödsinn“, redet der Ausschuss-Vorsitzende von Böhl Klartext. Er ist auch Vorstands-Mitglied im Regionalen Planungsverband, dem die Kreise Nordwestmecklenburg, Parchim und Ludwigslust sowie Wismar und Schwerin angehören.

Mehr als 100 Millionen Euro würde der Bau der etwa 15 Kilometer langen Wasserweges kosten. Der Verein „Projekt Wallenstein-Wasserweg“ hat inzwischen eine ganze Reihe von möglichen Vorhaben an der „Trasse“ entwickelt. Sie reichen von einer ganzjährig nutzbaren Hausbootsiedlung über ein futuristisches Schiffhebewerk in A20-Nähe bis zu der Marina Hohen Viecheln.

Fachleute informierten inzwischen Kreistagsmitglieder über weitere Eckdaten. Sie gehen davon aus, dass mindestens 12 000 Boote pro Jahr den Wallenstein-Wasserweg passieren könnten.

Mit dem Boot vom Schweriner See bis zur Ostsee bei Wismar zu schippern – das ist ein Wunsch, den die Menschen schon seit vielen Jahrhunderten hegen. Gescheitert ist der Ausbau des so genannten Wallensteingrabens aber immer am Geld.

Sollte das angestrebte Raumordnungsverfahren zu einem positiven Ergebnis führen, bringt das Westmecklenburg einen Stück näher an EU-Förderungen in Millionenhöhe. So verlockend dies sein könnte, so zurückhaltend ist der SPD-Fraktionschef Christian Albeck. Er hält eine finanzielle Beteiligung des Landkreises beim Bau des Wallenstein-Wasserweges für nicht vertretbar.

„Für den Landkreis dürfen hierbei keine Kosten entstehen“, stellt der Fraktionschef klar. Für die Kreistagssitzung kündigt Albeck an, dass die Abgeordneten der SPD am Donnerstag ohne Fraktionszwang ihr Votum für oder gegen das Raumordnungsverfahren fällen können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen