„Es lebe der Großherzog!“

Besucher aus Nah und Fern hat am Sonnabend wieder das Historische Schlossfest angelockt. Mitglieder des Vereines der Freunde des Schweriner Schlosses ließen in ihren Kostümen längst vergangene Zeiten aufleben, das Schlossmuseum erinnerte in diesem Jahr vor allem an Hofmaler Theodor Schloepke, und im Burggarten gab es nicht nur viel Sonne, sondern auch reichlich Unterhaltung. Einblicke in die parlamentarische Arbeit gewährte schließlich gestern der Landtag beim Tag der offenen Tür.

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01. Juni 2008, 07:20 Uhr

Schwerin - So ungefähr könnte es gewesen sein vor 140 Jahren, als Großherzog Friedrich Franz II. und seine dritte Gemahlin Marie von Schwarzburg-Rudolstadt feierlich in das Schweriner Schloss einzogen, umjubelt von der Bevölkerung. Am Sonnabend schlüpfte wieder Mathias Schott, Vorsitzender der Freunde des Schweriner Schlosses, in das Gewand des Großherzogs. An seiner Seite: Ulrike Naegele als Marie. Gemeinsam nahmen sie am Bahnhof die Huldigungen des Volkes entgegen. „Es lebe der Großherzog!“, schallte es. Das Landespolizeiorchester spielte, und die Mildenitzer Danzlüt tanzten.

In einer Kutsche und begleitet vom Hofstaat erreichte das großherzogliche Paar schließlich das Schloss, mit Salutschüssen begrüßt von den Grabower Schützen. „Wir freuen uns, dass es auch in diesem Jahr wieder ein Schlossfest gibt“, sagte Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider, die heutige Hausherrin. Gemeinsam hätten Schlossverein und Schlossmuseum abermals ein attraktives Programm zusammengestellt.

Tatsächlich konnten die Besucher wieder durch die zahlreichen Wohn- und Prunkappartements des Schlosses flanieren und in das höfische Leben eintauchen, Audienzen miterleben, sich in die Geheimnisse der Fächersprache einweihen lassen oder alte Handarbeitstechniken kennen lernen.

Das Schlossmuseum nutzte das Fest, um das imposante Bild des Hofmalers Theodor Schloepke (1812-1878) „Einzug von Großherzog Friedrich Franz II. in Schwerin an der Spitze des Mecklenburg-Schweriner Kontingents am 14. Juni 1871“ nach seiner Restaurierung der Öffentlichkeit vorzustellen. „Schloepke zählt zu den bedeutendsten Mecklenburger Malern seiner Zeit“, erklärte der Leiter des Schlossmuseums, Ralf Weingart. So wurde denn beim Schlossfest auch gleich für die Restaurierung eines weiteren Schloepke-Gemäldes gesammelt, das die Großherzogin Marie darstellt. Immerhin knapp 3000 Euro kamen zusammen.

Die heutige Funktion des Schlosses als Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern stand gestern im Mittelpunkt eines Tages der offenen Tür, der interessante Einblick in die parlamentarische Arbeit bot.

Schwerins Stadtpräsident Stephan Nolte lud alle Besucher der Schlossfestes ein, im nächsten Jahr wiederzukommen – zum Fest und zur Buga.

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