Erziehen – wie geht das?

Rund 200 Mütter und Väter in Mecklenburg-Vorpommern haben sich im vergangenen Jahr in Elternkursen Erhiehungstipps geholt. Jetzt soll das Angebot deutlich ausgeweitet werden. Dafür wurde beim Kinderschutzbund eine bundesweit einzigartige Koordinierungsstelle gegründet.

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10. November 2008, 08:48 Uhr

Was mache ich, wenn mein Kind abends nicht schlafen will? Oder wenn es sich weigert, seine Hausaufgaben zu machen? Oder wenn es immer vor dem Fernseher sitzt? Fragen, die fast alle Eltern kennen. Nicht alle finden allerdings eine Antwort, die auf Anhieb funktioniert. Für Tipps und Tricks gibt es Elternkurse in den verschiedensten Formen – von Eltern-Baby-Programmen über Familien-Training bis hin zu spezieller Unterstützung für Alleinerziehende.

Mehr Sicherheit und Entlastung
Um die Angebote zu vernetzen, auszuweiten und besser bekannt zu machen, ist in diesem Jahr beim Kinderschutzbund in MV eine Landeskoordinierungsstelle für Elternkompetenz gegründet worden. Sie bündelt auch die Aus- und Weiterbildung der Elterntrainer. Das Sozialministerium unterstützt die Arbeit mit 80 000 Euro im Jahr. „Eltern stark machen in MV“ – so lautet das Ziel.
Dabei will der Kinderschutzbund die Kurse auch von dem Stigma befreien, dass sie sich ausschließlich an so genannte Problemfamilien richten. „Elternkurse sind für alle da“, betont Petra Haacke, Projektleiterin der Landeskoordinierungsstelle. Grundsätzlich sollte jeder die Möglichkeit haben, mehr Sicherheit und Entlastung im Erziehungsalltag zu gewinnen.
Im vergangenen Jahr gab es demnach 23 offiziell erfasste Kurse im Land, an denen rund 200 Eltern teilnahmen. Etwa 60 Elternkursleiter waren aktiv. Diese Zahlen sollen nun so weit wie möglich erhöht werden, um wohnortnah präsent sein zu können. In diesem Jahr sind bereits 16 zusätzliche Kursleiter ausgebildet worden, wie Petra Haacke berichtet. Sie weiß aber auch, dass manche Trainer und Träger noch Probleme mit der Finanzierung der Kurse haben, die sie nicht allein über Gebühren absichern können. Der Kinderschutzbund versucht daher, die Jugendämter mit ins Boot zu holen, um sie an einer Mischfinanzierung zu beteiligen.

Regionale Partner knüpfen Kontakte zu Familien
Auch bei einer weiteren Hürde setzen die Organisatoren auf Partner vor Ort: „Es ist nicht leicht, einen Zugang zu den Eltern zu finden“, sagt Carsten Spies, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes in MV. Die Koordinierungsstelle sucht deshalb die Zusammenarbeit mit Familienbildungsstätten, Mehrgenerationenhäusern, Kita-Fachberatern, Familienhebammen sowie Ämtern und lokalen Bündnissen für Familie. Die Kontakte stellen wiederum sieben regionale Koordinatoren her, die Elterntrainer sind und allen Beteiligten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
„Letztlich möchten wir erreichen, dass ein Kursbesuch auch wertgeschätzt wird“, sagt Petra Haack. Ein Anreiz steht bereits fest: Wer teilnimmt, kann Bonuspunkte zur Förderung eines Urlaubs in einer Familienferienstätte in MV erhalten.
Informationen im Internet gibt es unter: www.eltern-stark-machen.de oder unter www.familienbotschaft-mv.de.

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