Spezialbehandlung für krebskranke Patienten : Erste Patienten im Cyberknife-Zentrum Güstrow

Prof. Dr. Guido Hildebrandt hat Roswitha Lorenz für die Bestrahlung vorbereitet. Das Gerät, das ihr helfen soll, kostet vier Millionen Euro.hans-jürgen kowalzik
Prof. Dr. Guido Hildebrandt hat Roswitha Lorenz für die Bestrahlung vorbereitet. Das Gerät, das ihr helfen soll, kostet vier Millionen Euro.hans-jürgen kowalzik

Das Cyberknife-Zentrum Norddeutschland in Güstrow arbeitet seit Montag. Roswitha Lorenz erhielt dort gestern ihre erste Strahlenbehandlung. Bis morgen folgen zwei weitere.

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30. Dezember 2010, 11:02 Uhr

Die 59-Jährige aus Zech am See bei Zossen gehört zu den ersten Patienten. Bei ihr wird ein Tumor im Kopf, der von den Hirnhäuten ausgeht, therapiert. Behandelt wurde sie gestern von Prof. Dr. Guido Hildebrandt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Rostock. "Ich freue mich, dass dieses Zentrum in Güstrow gebaut wurde. Es gibt uns Ärzten im Universitätsklinikum die Möglichkeit, zusätzlich zu den etablierten strahlentherapeutischen Möglichkeiten Indikationen, die es bisher hier in der Region nicht gab, ins Behandlungsspektrum von Krebspatienten einzubeziehen", betont der Strahlentherapeut. Neben der Kooperation von Cyberknife mit der Uni Rostock gibt es ebenfalls Bestrebungen, mit allen anderen großen Kliniken der Region zusammenzuarbeiten, u.a. Kiel und Lübeck. "Wir wollen ein Netzwerk schaffen, mit dem wir den Patienten die geeigneten Behandlungen empfehlen können. Es ist daher eine sinnvolle Erweiterung für Behandlungen in der Gesundheitsregion Mecklenburg-Vorpommern", so der Rostocker Strahlenexperte. Er gehört zu einem Spezialistenteam, das per Vertrag in Güstrow arbeitet. Ständig vor Ort ist der Leitende Arzt des Zentrums, Dr. Hendrik Herm. Alle Behandlungen werden interdisziplinär, so u.a. mit Neurochirurgen und Neurologen, vor Ort vorbereitet und mit den Patienten besprochen. Je nach Art und Größe des Tumors sind bis zu fünf Behandlungen vorgesehen. Mit dem Bestrahlungsgerät erfolgen Spezialbehandlungen von Tumoren. Allerdings könne nicht jeder Tumor damit bekämpft werden, so Oliver Blanck, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Cyberknife.

In das Zentrum wurden sechs Millionen Euro investiert. Bis zu 400 Patienten können jährlich behandelt werden. Im ersten Jahr rechnet Prof. Hildebrandt mit 250 Patienten.

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