Erste Million ist „verbaut“

Noch ist äußerlich nicht viel zu sehen von der millionenschweren Grundinstandsetzung der Havelwehre bei Quitzöbel. Allerdings tut sich hinter den Kulissen eine Menge.

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23. April 2008, 05:11 Uhr

Quitzöbel - Nach Wittstock/Dosse und Beeskow in Brandenburg, Stendal und Burg in Sachsen-Anhalt sowie Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern gingen die ersten Aufträge im Zusammenhang mit der Grundsanierung der 70 Jahre alten Havelwehre bei Quitzöbel. Der Bund investiert in den kommenden Jahren gut 15 Millionen Euro in das Projekt. Im Herbst vorigen Jahres wurden die Mittel dafür frei gegeben.
Addiert man die vorbereitenden Arbeiten und die gerade vergebenen Aufträge, dann seien schon Leistungen für rund eine Million Euro erbracht, sagt Jan-Peter Götz vom Schifffahrtsamt Brandenburg. Die Bundesbehörde in der Havelstadt ist für die Umsetzung des Vorhabens verantwortlich. Schon etwas länger her sind die Asphaltierung der Zufahrt von der Landesstraße aus, die Erneuerung der Energieversorgung und das Aufschütten von zirka 340 000 Kubikmetern Boden, der zurzeit auf Halde liegt. Damit sollen ober- und unterhalb des Altarm- und des Durchstichwehres Dämme geschüttet werden, um die Bauwerke während der Sanierung trocken zu legen.
Ehe es so weit ist und ehe man die aufwendigen Betonarbeiten registriert, werden noch einige Wochen vergehen. Das nationale Ausschreibungsverfahren sei kurz vor dem Start, erläuterte Jan-Peter Götz am Dienstag in Quitzöbel. Grundinstandsetzung bedeutet an den Havelwehren auch, dass funktionstüchtige Teile und Technik im Inneren der Wehrtürme erhalten bleiben wird – ebenso wie der Betonkörper der Bauwerke. Die Substanz sei erstaunlich gut. Das hätten sowohl technische Untersuchungen als auch Tests ergeben, die Jan-Peter Götz gemeinsam mit seinem Kollegen Harald Päge selbst vor Ort durchführte. „Die Außenhaut sieht maroder aus als sie tatsächlich ist. Mit unserem Bohrhammer kamen wir jedenfalls nicht weit“, verdeutlicht Götz. Mit Hilfe einer speziellen Abbruchtechnologie wird ein Teil des Betons abgetragen und durch eine neue Schicht ersetzt. Ebenfalls noch gut in Schuss: Die rund 70 Jahre alte Siemens-Technik, mit der die tonnenschweren Wehrschütze hinauf und hinunter bewegt werden. Hier soll lediglich der Motorenantrieb erneuert werden. Veränderungen sind darüber hinaus an der Kahnschleuse geplant: „Wir wollen sie einen Meter höher legen, damit man sie auch nutzen kann, wenn mehr Wasser im Fluss ist“, erläutert Jan-Peter Götz. Das sei vor allem im Winter wichtig, wenn sich Eisbrechereinsätze erforderlich machen sollten, um den Eisbrecher bei hohem Wasserstand hindurch schleusen zu können.
Die Radler auf dem Elbe- und Havelradweg werden übrigens nur bedingt durch die anstehenden größeren Bauarbeiten beeinträchtigt. Die Radwege sollen auf den aufgeschütteten Dämmen entlang geführt werden.

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