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Kaum wirtschaftlich potente Partner für die Förderung von Studenten : Erste Deutschland-Stipendien an Uni Greifswald

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Die gemeinsame Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch Wirtschaft und Bund im Deutschland-Stipendium läuft in MV mäßig an. Die Akquisition privater Mittel sei schwierig.

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erstellt am 08.Jul.2011 | 08:42 Uhr

Schwerin/Greifswald/ Rostock | Die gemeinsame Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch Wirtschaft und Bund im Deutschland-Stipendium läuft in MV mäßig an. Die Akquisition privater Mittel sei für die Hochschulen im strukturschwachen Nordosten ein schwieriges Unterfangen, sagte Bildungsminister Henry Tesch (CDU) gestern. Landesweit können 173 Stipendien vergeben werden - entsprechend der Zahl der Studierenden.

Als erste Hochschule im Land hat die Universität Greifswald gestern Deutschland-Stipendien ausgeschrieben. Zunächst werden 31 Greifswalder Studenten ab Oktober mit einem Betrag von 300 Euro pro Monat gefördert, der zur je Hälfte vom Bund und von der Wirtschaft kommt. Als Förderer konnten unter anderem das Elektronik-Unternehmen ml&s, die Riemser Arzneimittel AG oder das Gut Netzeband gewonnen werden.

"An der Hochschule Neubrandenburg verfügen wir über zwei Stipendien, die uns das Bildungsministerium vermittelt hat", sagte Rektor Micha Teuscher. Eigene Bemühungen hätten bisher nur zu Interesse, aber nicht zu Vereinbarungen geführt. Ähnlich urteilt die Fachhochschule Stralsund. "Die Unternehmen stehen nicht Schlange", sagt Rektor Joachim Venghaus. Es sei für die Unternehmen deutlich interessanter, Studenten in dualen Studiengängen zu fördern. Zudem könnten junge Hochschulen nicht auf frühere Absolventen zurückgreifen, die bereits in Vorstandsetagen großer Konzerne sitzen.

Mit dem Deutschland-Stipendium sollen besonders leistungsstarke Studenten gefördert werden. Weil das Stipendium nicht auf andere Förderungen wie Bafög oder Wohngeld angerechnet wird, gilt es als besonders lukrativ. Die Unternehmen können die Förderung von 1800 Euro pro Stipendium steuerlich absetzen.

An der Universität Rostock wurden bereits erste Verträge mit Wirtschaftsunternehmen abgeschlossen. Konkrete Zahlen nannte Uni-Sprecher Ulrich Vetter nicht. "Wir wollen unser Kontingent von 67 geförderten Stipendien ausschöpfen", sagte er . Ob das bereits zum Herbst gelinge, ließ er offen. Potenzial sieht die Hochschule noch bei den Altstudenten, den Alumni.

Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen hat das Bildungsministerium inzwischen 22 Stipendien über die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in Essen eingeworben. Die Stiftung unterstützt das Programm über vier Jahre mit insgesamt 160 000 Euro. Die Stipendien werden nach den Studentenzahlen vergeben: acht an der Universität Rostock, sechs in Greifswald, drei in Wismar, jeweils zwei in Neubrandenburg und Stralsund sowie ein Stipendium an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Die Universität Greifswald erhält zu diesen sechs noch zehn weitere selbst eingeworbene Stipendien von der Krupp-Stiftung, deren langjähriger Vorstand Berthold Beitz in Greifswald aufgewachsen ist.

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