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Peter Ramsauer gefällt die Idee : Erst pusten, dann starten

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Erst pusten, dann starten? Alkoholtest vor jeder Autofahrt? Schluss mit Alkohol am Steuer? Union und FDP fordern jetzt von CSU-Mann Ramsauer, den Einsatz der Testgeräte zu prüfen.

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erstellt am 21.Apr.2011 | 12:18 Uhr

Peter Ramsauer gefällt die Idee. "Wir stehen dem freiwilligen Einsatz von Alkolocks aufgeschlossen gegenüber", heißt es aus dem Hause des Bundesverkehrsministers. Erst pusten, dann starten? Alkoholtest vor jeder Autofahrt? Schluss mit Alkohol am Steuer? Union und FDP fordern jetzt von CSU-Mann Ramsauer, den Einsatz der Testgeräte zu prüfen. Nach dem Besuch im Biergarten wäre dann künftig womöglich die Heimfahrt am Steuer des eigenen Wagens passé. Denn liegt ein Fahrer beim Atemtest vor Fahrtbeginn über der zulässigen Promillegrenze, springt das Fahrzeug automatisch nicht an. Vor allem Alkoholsünder, die wiederholt wegen Trunkenheit am Steuer den Führerschein verloren haben, sollen so vor weiteren Fehlern bewahrt werden. Und die Zeit des Fahrverbotes könnte verkürzt werden, so der Plan. Wer mitmacht und freiwillig die Alkohol-Wegfahrsperre einbauen lässt, die es bereits in anderen Ländern gibt, könnte als Strafrabatt auch mit Punkteerlass in Flensburg rechnen. Freiwillig ja, obligatorisch wohl eher nicht, so die Position des Bundesverkehrsministers. "Jeder Halter eines Kraftfahrzeugs müsste ein solches Gerät einbauen, auch wenn er gar kein Alkoholproblem hat", warnt eine Sprecherin Ramsauers davor, alle Fahrer unter Generalverdacht zu stellen. Bedenken, die auch der Automobilclub ADAC teilt. Der Verband fordert dagegen eine Ausweitung der Kontrollen. Zur Zeit würde in Deutschland nur jede 600. Alkohol-Autofahrt aufgedeckt. Auch Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) plädiert für eine Prüfung der automatischen Alkotests: "Der Einsatz von sogenannten Alkolocks auf freiwilliger Basis sollte geprüft werden", sagte er gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. Die Wegfahrsperren würden bereits in anderen Ländern erprobt und könnten die Verkehrssicherheit womöglich weiter erhöhen. "Diese Option wollen wir nach Möglichkeit nutzen", so der Liberale, der einen verpflichtenden Einbau allerdings "nicht für sinnvoll" hält und auch rechtlich für problematisch. "Es wäre weder mit EU-Recht vereinbar noch zielführend, dass alle Kfz-Halter ein solches mindestens 1000 Euro teures Gerät einbauen", erklärte Zeil.

Auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat verweist auf positive Erfahrungen im Ausland. "Die Erfahrungen anderer Länder sind sehr positiv. Für die Gruppe der fahrenden Trinker sind Alkohollocks das Mittel der Wahl", sagte Geschäftsführerin Ute Hammer. Rechtlich haltbar sei ohnehin nur eine freiwillige Lösung. "Natürlich lassen sich Alkolocks auch umgehen. Aber sie bedeuten eine deutlich höhere Hemmschwelle", erklärte Hammer.

Die Alko-Wegfahrsperre - Aktionismus oder Beitrag zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr? Weit mehr als 100 000 Autofahrer müssen pro Jahr ihren Führerschein wegen Alkohol am Steuer abgeben. Die Verkehrsexperten der Koalition wollen mit ihrem Vorstoß Abhilfe schaffen und dafür sorgen, dass vor allem Wiederholungstäter ihren Wagen stehen lassen müssen, wenn sie Alkohol getrunken haben.

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