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Neubau in der Weststadt als grüne Mitte Parchims : "Ersatzbäume vor Ort pflanzen!"

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"Ich habe das als sehr brutale Aktion empfunden", regt sich Johanna Spring noch heute auf: 23 Bäume, meist Eschen und Birken, waren in Parchim gefällt worden, weil sie dem Neubau eines Netto-Marktes im Wege standen.

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erstellt am 08.Mär.2011 | 07:04 Uhr

Parchim | "Ich habe das als sehr brutale Aktion empfunden", regt sich Johanna Spring noch heute auf, wenn man sie auf die Baumfällaktion im Häuserblock zwischen Westring, Lenin- und Otto-Grotewohl-Straße anspricht: "Wir brauchen doch Bäume für gute Atemluft!"

23 Bäume, meist Eschen und Birken, waren dort gefällt worden, weil sie dem Neubau eines Netto-Marktes im Wege standen. Im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens hatte die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts dem Vorhaben mit der Auflage zugestimmt, als Ersatz 31 Bäume zu pflanzen - also mehr, als zuvor dort standen. Das freut zwar die Anwohner. Doch sie befürchten nun, dass die Ersatzpflanzungen an entlegenen Orten vorgenommen werden und deshalb nicht unmittelbar ihrem Viertel zugute kommen: "So kann das vollmundig propagierte Projekt ´Weststadt als grüne Mitte Parchims mit Waldcharakter´ nicht gelingen", meint Brigitte Pries. Vor 14 Jahren war sie in die Weststadt gezogen und hat seit 2002 den Rückbau der Plattenbausiedlung miterlebt.

"Es ist alles viel luftiger und heller geworden", freut sie sich. Ihr Wohnblock habe - wie so viele andere auch - Balkone erhalten, "bei deren Positionierung wir sogar mitbestimmen durften". Vom Freisitz ihrer Wohnung aus hat Brigitte Pries den Abriss des ehemaligen Plus-Marktes, die nachfolgende Baumfällaktion und den Neubau gut mitbekommen: "Das der jedoch derart groß wird, hat mich ziemlich überrascht."

Die 23 Bäume hätten zuvor immerhin den Parkplatz der einstigen Kaufhalle schön begrünt und den Straßenlärm aus Richtung des Westrings gedämpft: "Von Ersatzpflanzungen an anderer Stelle haben wir hier nichts." Auch sei die riesige Dachlandschaft des Neubaus kein besonders erhebender Anblick.

Nachbarin Ruth Nowack kann der Fällaktion ebenfalls nichts abgewinnen: "Die 23 Bäume waren nicht krank." Nun hofft sie mit ihren Mitbewohnern darauf, dass die 31 Ersatzbäume in der Nähe in die Erde kommen.

Wie die Untere Naturschutzbehörde erklärte, seien die Ersatzpflanzungen Sache des Bauherrn. Als Bauträger fungiert die Firma CKS (Lalendorf), deren für Mecklenburg-Vorpommern zuständiger Projektentwickler Robert Krüger allerdings eine Stellungnahme ablehnte. Laut Margit Kühn (stellvertretende Geschäftsführerin der OHG Netto Supermarkt GmbH & Co. KG in Stavenhagen - Grundstückseigner und Marktbetreiber) seien die 31 neu zu pflanzenden Bäume ihres Wissens nach ein zu prüfender Bestandteil bei der Bauabnahme: "Ich gehe deshalb davon aus, dass die CKS über die Standorte für die Ersatzpflanzungen Einvernehmen herstellt."

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