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Ersatz für 47 gefällte Allee-Bäume

vom

Sternberg | Für den Ausbau der Straße von Sternberg nach Sternberger Burg mussten 47 Alleebäume gefällt werden. "Bei aller Wehmut", so Corinna Cwielag, die Landesgeschäftsführerin des Bund, könne von einer sinnvollen Maßnahme gesprochen werden.

Das Straßenbauamt Schwerin als Bauträger sei bereits rechtzeitig auf die Umweltschützer zugegangen. Man will nicht die ganze Straße auf bundesdeutsches Normalmaß verbreitern. So passiere beim Baumfällen auch nur das Allernötigste.

Auch bei Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt sind keine Beschwerden über die abgesägten Bäume bekannt. Die Untere Naturschutzbehörde, der Bund und der Nabu waren langfristig beteiligt, weiß er. Im Frühjahr gab es eine gemeinsame Beratung, bei denen die Bauherren und die Umweltschützer die Trasse abgegangen sind, um festzulegen, welche Bäume gefällt werden. Es wurde auch eine landschaftspflegerische Begleitplanung erstellt. "Nichts passierte klammheimlich", so Quandt.

Für jeden auf der L 141 zwischen Sternberg und Sternberger Burg gefällten Baum müssen drei neue gepflanzt werden, erklärte gestern Marita Hertel, Pressesprecherin beim Landkreis Parchim. Das sind rein rechnerisch 141 Bäume. 104 werden in unmittelbarer Nähe der erneuerten Fahrbahn vor allem in Lücken ihren Platz erhalten. Bleiben 37 notwendige Neupflanzungen übrig. Für diese zahlt der Bauherr zunächst 377 Euro pro Baum in einen Alleenfonds. Das Geld steht bereits für Bäume im nächsten Ausbauabschnitt der L 141 zwischen Sternberger Burg und Groß Raden bereit.

"Ein gutes Beispiel", nennt Corinna Cwielag die Sternberger Lösung. Insgesamt machen sich die Umweltschützer allerdings große Sorgen um die Alleen im Land. Besonders problematisch ist der Einsatz von Streusalz im Winter. Im Wasser gelöst gelangt es in die Bäume. Mit der Folge, dass diese durch die Salzkonzentration weniger Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. "Dadurch verhungern und verdursten sie", erklärt Cwielag. Besonders empfindlich sind Eschen, Linden und Kastanien. Die Folgen sind sichtbar: An Blättern, die eigentlich noch grün sein müssten, verfärben sich bereits die Ränder. Und das hat nicht nur etwas mit Dürre, sondern vor allem mit dem Salz zu tun, ist Cwielag überzeugt.

Anders als an der Landesstraße zwischen Sternberg und Sternberger Burg gebe auch es schlimme Beispiele beim Ausbau von Straßen auf Bundesnorm, so Cwielag. Da werden die Wurzeln der Bäume nicht nur durch die neue Fahrbahn beschnitten, sondern zuweilen auch von der anderen Seite durch eng an der Allee entlang führende Radwege.

Als drittes Problem für die Alleen im Land sieht Cwielag die Landwirtschaft. Sie nennt als Beispiel die Straße zwischen Crivitz und Mestlin, an der vor 15 Jahren Eichen gepflanzt wurden. "Da wird bis zu 20 Zentimeter heran gepflügt", beobachtet sie. Die Eichen kommen zudem gerade mit dem Einsatz von Pestiziden und Düngermitteln nicht zurecht. Der Bund spricht sich dafür aus, dass beim Tiefflügen ein Abstand von drei Metern zu den Stämmen eingehalten wird. Das könne man den Landwirten zumuten, meint sie, erhalten sie doch unter der Bedingung, dass sie Umweltstandard einhalten, 300 Euro pro Hektar so genannte Cross-Compliance-Mittel von der Europäischen Union.

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erstellt am 05.Aug.2010 | 05:04 Uhr

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