Erreger Vibrio vulnificus seit 2004 in MV nachgewiesen

Die „Meeres-Cholera“: Vibrio vulnificus kommt natürlicherweise in Brackwasser und Meerwasser vor. Bei hohen Wassertemperaturen von mehr als 21 Grad kann sich die Konzentration dieser Vibrionen in Meerwasser deutlich erhöhen und für immunschwache Menschen zur tödlichen Gefahr werden. Foto: Archiv
Die „Meeres-Cholera“: Vibrio vulnificus kommt natürlicherweise in Brackwasser und Meerwasser vor. Bei hohen Wassertemperaturen von mehr als 21 Grad kann sich die Konzentration dieser Vibrionen in Meerwasser deutlich erhöhen und für immunschwache Menschen zur tödlichen Gefahr werden. Foto: Archiv

svz.de von
29. Oktober 2008, 06:29 Uhr

Rostock - Das krankmachende Bakterium Vibrio vulnificus wird laut einem Bericht des Landesamtes für Gesundheit und Soziales seit 2004 an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns nachgewiesen. Zudem kommt das Bakterium an der Ostsküste häufiger vor als an der Westküste. Laut dem Bericht zeigten sich 2008 die höchsten Konzentrationen an den Badestellen Karlshagen und Lubmin. Die Konzentration sei dort um das bis zu einhundertfache höher gewesen als in Rostock und Niendorf, hieß es.

Ob die Ursache für die Differenzen in Unterschieden von Salzgehalt, Wassertiefe und -temperatur zu finden ist, könne aufgrund der geringen Datenlage nicht sicher gesagt werden, heißt es weiter. Nach dem Bericht vom 14. Oktober 2008 wurde erstmals 2007 die Badestelle Lubmin untersucht. Damals habe sich bei fünf von sechs Proben ein positiver Nachweis gezeigt. „Es gibt kein Bewertungsschema darüber, ab welcher Konzentration der Erreger als gesundheitsschädigend einzustufen ist“, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums.

In dem Bericht wird ausgeführt, dass den Gesundheitsbehörden in Ostvorpommern bereits im Sommer 2003 zwei schwere Wundinfektionen gemeldet wurden, eine mit tödlichem Ausgang. Im Jahr 2006 kam es zudem zu drei weiteren schweren Erkrankungen in Greifswald und Stralsund - alle nach Kontakt mit Ostseewasser. Erkrankungen gelten als selten, sind jedoch durch schwere Verläufe gekennzeichnet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen