Erneut Streit um einen Hund

Nein, die Wohnungsgenossenschaft Elbstrom ist nicht hundefeindlich, betont Karsten Korup. Doch geltende Regeln müssten eingehalten werden, reagiert er auf eine neue Kritik aus dem Falkensteig.

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17. Juli 2008, 07:30 Uhr

Wittenberge - Christel Kirchner kam in dieser Woche zum „Prignitzer“ und erzählte die traurige Geschichte einer 67-jährigen Witwe, die schon seit 44 Jahren im Falkensteig 17 wohnt und lange Zeit einen Hund hatte. Der starb vor gut einem Jahr. Jetzt holte sich die Seniorin, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Garten aufgeben musste, und deren Kinder in Bayern leben, wieder einen Mischlings-Welpen, um nicht so allein zu sein. Allerdings hatte sie zuvor nicht die anderen Mieter in ihrem Aufgang befragt. „Die haben nun Unterschriften gesammelt, dass sie den Hund wieder abgeben muss“, erzählt Christel Kirchner und kann das gar nicht fassen. „Ich kann aus dem gesamten Block ganz viele Unterschriften bringen, dass der Hund bleiben soll“, fügt sie hinzu. Christel Kirchner versteht nicht, dass mit der Wende „alles geändert wurde, aber die AWG-Satzungen stammen noch aus den 50er Jahren“.

Dem ist nicht so, stellt Karsten Korup, Geschäftsführender Vorstand der Wohnungsgenossenschaft „Elbstrom“, klar und verweist darauf, dass die geltende Hausordnung seit dem 29. Mai 2001 bestehe. „Wir sind keineswegs tierunfreundlich, allein in den vergangenen Wochen sind einige Familien mit Hund in Genossenschaftswohnungen gezogen, und das völlig ohne Probleme“, macht Korup geltend.
Der Geschäftsführer, der selbst Hundebesitzer ist, kann die Wünsche gerade alleinstehender älterer Mieter nach einem Hund verstehen, der nicht nur der Seele gut tut, sondern auch der körperlichen Kondition, denn so ein Tier braucht Bewegung, man muss mit ihm Gassi gehen. Und das wiederum führt nicht selten zu Gesprächen auf der Straße oder im Park mit anderen Hundebesitzern.

Aber, so macht Korup deutlich, er müsse sich an geltendes Recht halten. Und die Hausordnung, so Korup, sei Bestandteil des Mietvertrages. „Sowohl im Paragrafen 3 zur Haustierhaltung als auch im Paragrafen 6. in dem die Vertragsbestandteile aufgeführt sind, wird eindeutig auf die Hausordnung verwiesen“. Besagte Mieterin habe schon eingeräumt, den Hund wieder abzugeben. Leichten Herzens aber ganz sicher nicht.

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