Erneut Blasen im Asphalt: Tempo 100 auf A20

Sie gehören schon fast zum Sommer: Die Asphaltblasen auf der A20. Zum dritten Mal seit Freigabe der Strecke zwischen Schönberg und Lübeck muss das Tempo gedrosselt werden, weil sich die Fahrbahn wölbt.

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23. April 2008, 08:12 Uhr

Nordwestmecklenburg - Eine Autobahn ist nach der Definition in Meyers Lexikon eine Fernverkehrsstraße, die nur dem Schnellverkehr mit Kraftfahrzeugen dient. Besonders schnell soll der Verkehr auf der Ostseeautobahn A20 seit kurzem aber nicht mehr fließen. Das Tempolimit von 100 Stundenkilometern – es galt bisher vom Kreuz Lübeck etwa bis zur Landesgrenze zwischen den Anschlussstellen Groß Sarau und Lüdersdorf – ist in Fahrtrichtung Rostock bis zur Ausfahrt Schönberg ausgeweitet worden. 2006 und 2007 erlebten Autofahrer das schon einmal, als der Asphalt der Autobahn Blasen aufwarf.

Genau das ist jetzt wieder eingetreten. Kaum dass jetzt ein paar Tage die Sonne scheint, reichen diese Temperaturschwankungen offenbar aus, den Asphalt zu beeinflussen.
Zur Erinnerung: Das betroffene etwa 15 Kilometer lange Teilstück war beim Bau der Autobahn zunächst mit einer Betondecke ausgestattet worden, die aber brüllend laute Fahrgeräusche verursachte. Diese Decke, als „Brüllbeton“ bezeichnet, wurde dann nach Klagen mit einer Asphaltschicht überzogen, die den Lärm seitdem mindert. Doch kaum steigen nach dem Winter die Temperaturen, bilden sich in dieser aufgetragenen Schicht Blasen, die aufgebohrt und so von ihrer Dampffüllung befreit werden müssen.

Im sehr heißen Monat Juli 2006 warf der neue Fahrbahnbelag tausende bis zu 30 Zentimeter große Blasen, welche auf Wassereinschlüsse zwischen Beton und Asphalt zurückgeführt und durch Aufbohren beseitigt wurden. Auch im April 2007 kam es in der Nähe von Schönberg wieder zu Blasenbildungen im Asphalt.

Dass dieses Phänomen schon jetzt bei relativ geringen Temperaturen von unter 20 Grad Celsius auftritt, nennt Dr. Ulrich Vetter, Sprecher des Landesamtes für Straßenbau in Schwerin „etwas bestürzend“. Tatsächlich hatten sich aber Dienstagnachmittag Autofahrer bei der Autobahnpolizei gemeldet, denen Blasen im Asphalt aufgefallen waren. „Im Rahmen der Verkehrssicherung wurde deswegen die Geschwindigkeit auf 100 Stundenkilometer beschränkt“, so Vetter. Des Weiteren müsse man jetzt abwarten, ob die Deges als Bauherr dem Landesamt für Straßenbau wieder den Auftrag geben wird, die Blasen aufzubohren. „Noch befindet sich die Deges aber in einem Gerichtsverfahren mit der ausführenden Baufirma“, berichtet Dr. Ulrich Vetter. Solange dieses Verfahren läuft, könnte es also noch dauern, bis eine dauerhafte Lösung für das Problem A20 zwischen Schönberg und der Landesgrenze gefunden werden kann.

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