FC Hansa Rostock: Florian Weichert : Er spielte zuletzt Freizeitliga

Florian Weichert  1991 und heute. Archiv
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Florian Weichert 1991 und heute. Archiv

Es scheint noch nicht lange her, dass Weichert gegen Lok Leipzig das letzte Tor für den FC Hansa in der abschließenden "DDR-Meisterschaft" und später die beiden ersten der Rostocker in der 1. Bundesliga erzielte.

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12. Mai 2011, 09:08 Uhr

Kinder, wie die Zeit vergeht. Es scheint noch gar nicht so lange her, dass Florian Weichert beim 1:4 gegen Lok Leipzig das letzte Tor für den FC Hansa in der abschließenden "DDR-Meisterschaft" und wenige Monate später beim 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg auch die beiden ersten der Rostocker in der 1. Bundesliga erzielte.

Und doch sind seitdem 20 Jahre vergangen. Heute bringt Sohn Sascha (23) gerade sein Philosophie-Studium zu Ende, bastelt an seiner Doktorarbeit, während die Eheleute Weichert bald Silberhochzeit feiern (2012).

Der Familienvater ist einer der morgen um 19 Uhr in das Ostseestadion (die DKB-Arena) "rückkehrenden Helden". Zum Jubiläum steigt ein Prominenten-Spiel zwischen dem letzten separaten Ost-Meister und -Pokalsieger 1991 sowie einer Auswahl der Hansa-Legenden.


Unechte Locken: "Modischer Akzent, den ich damals setzte"

Florian Weichert hat u. a. 86 Einsätze in der 1. Bundesliga bestritten, in denen er 14 Tore erzielte (Rostock 37/6, Hamburger SV 21/4, VfB Leipzig 14/3, Dynamo Dresden 14/1). In der Nachwendezeit rief sogar Uli Hoeneß bei ihm an, wollte ihn zu Bayern München holen…

1997, mit gerade mal 29, musste der Stürmer beim damaligen Zweitligisten Leipzig nach dem dritten Kreuzbandriss seine Karriere beenden. Danach lief er nur noch freizeitmäßig für den FC Semperoper in der Stadtliga Dresden auf: "Im Normalfall kann ich nicht mehr

kicken. Aber ich habe ein bisschen sportgerecht gelebt, bin ein wenig mehr gejoggt und für das Spiel in Rostock bereit. Ich stehe am Mittwoch für einen Einsatz in den letzten zehn bis 15 Minuten zur Verfügung, falls Bedarf besteht."

Der inzwischen 43-Jährige konzentrierte sich nach der Laufbahn auf seine berufliche Entwicklung. Aktuell kommentiert er als Sportreporter des MDR Fußballspiele u. a. auch der 3. Liga, war beispielsweise bei den Partien des FC Hansa gegen Jena (2:1) und Dresden (1:0) im Einsatz. In der Woche arbeitet der gelernte Kfz-Schlosser als Videojournalist ("Ich bin zugleich Kameramann, Tonassistent und Cutter, das heißt, ich schneide auch noch selbst").

Der jetzige Dresdner Weichert streitet nicht ab, ein richtiger Sachse geworden zu sein (was man allerdings nicht hört), doch achten Sie auf den genauen Wortlaut: "Ich liebe die Menschen hier mit all ihren Macken, die wir Fischköppe aber auch haben. Die Sachsen lieben die Fischköppe und die Fischköppe die Sachsen, nur keiner gibt es zu."

Gegenüber NNN lüftet der gebürtige Rostocker zudem das Geheimnis der Vokuhila-Locken aus seiner Hansa-Glanzzeit: "Die waren künstlich. Das ist ein modischer Akzent gewesen, den ich damals gesetzt habe. Da wurde zu Hause eine Kaltwelle gemacht, meine Frau Susanne ist ja gelernte Friseurin"

Die Freizeit des Paares gehört zu

großen Teilen beider Liebling Hannes, einem siebenjährigen Schäferhund-Mischling: "Er ist unsere weiße Wolke, sieht aus wie der Glücksdrache Fuchur in der ,Unendlichen Geschichte."

Florian Weichert wird bei seiner persönlichen Helden-Rückkehr nach Rostock sicher gern die Gelegenheit nutzen, folgendes Kompliment an die derzeitige Profi-Truppe des FC Hansa auch persönlich loszuwerden: "Ich freue mich riesig, wie der Verein mit dieser neuen Besatzung Beinlich, Vollmann und Hofmann den Aufstieg gemeistert hat, und wie souverän. Davor muss ich mich ganz tief verbeugen."

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