Er macht die Wadan-Arbeiter fit: Oliver Fieber setzt auf Offshore

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19. August 2009, 06:23 Uhr

Nach dem Verkauf der insolventen Wadan- Werften haben viele der rund 2500 Mitarbeiter nach Einschätzung der Auffanggesellschaft eine gute Chance auf Weiterbeschäftigung. „Es gibt jetzt wieder eine echte Perspektive“, sagte der Geschäftsführer der Transfergesellschaft Küste in Mecklenburg und Vorpommern, Oliver Fieber. Der Einstieg des russischen Investors Igor Jussufow, dem das Landeskabinett und der Gläubigerausschuss zu Wochenbeginn zugestimmt haben, mache zudem eine Neubewertung des Finanzengagements von Bund und Land bei den Fortbildungskursen in Wismar und Warnemünde nötig. Jan-Henrik Petermann sprach mit ihm.

Die Übernahme zum 15. August sorgte bei vielen Wadan-Beschäftigten für ein Aufatmen. Wie geht es für die Belegschaft nun konkret weiter?
Fieber: Die Arbeit der beiden Transfergesellschaften läuft zunächst einmal weiter wie bisher. Wann wie viele Kollegen wieder in die Werft zurückwechseln können, ist noch nicht entschieden. Das hängt vor allem davon ab, wann die ersten neuen Aufträge beschafft werden. Es gibt jetzt aber für viele wieder eine echte Perspektive. Das konnte man vor der Übernahme durch Jussufow nicht unbedingt sagen.


Falls demnächst tatsächlich Neubauaufträge kommen sollten: Wie wird dann entschieden, wem ein Job in der neuen Nordic Yards angeboten wird und wem nicht?
Fieber: Das zu bestimmen, ist ebenfalls noch zu früh. Klar ist aber, dass das Profil jedes Einzelnen entscheidet, ob er übernommen werden kann. Die meisten Fortbildungen haben ja gerade erst begonnen.
Die Aussichten dürften besonders für diejenigen gut sein, die sich für die Herstellung von Offshore-Anlagen interessieren – da muss man zum Beispiel noch ganz andere Schweißtechniken beherrschen als im herkömmlichen Schiffbau. Für alle Mitarbeiter gilt, dass sie sich nach dem Ende der Transferzeit neu bei der Werft bewerben müssen.

Sollte der Staat trotz Jussufows Einstieg weitere Mittel zuschießen?
Fieber: Bis zum Ende des Jahres ist die Finanzierung durch die Bundesagentur für Arbeit und das Land gesichert. Und wenn alles gut läuft, könnten wir sogar zu dem Fazit gelangen, dass wir weniger öffentliches Geld brauchen als geplant. Eine Revisionsklausel erlaubt uns zu prüfen: Was kann eventuell an staatlicher Unterstützung ausbleiben und stattdessen vom Investor getragen werden? Wir meinen, da sind jetzt auch Eigenmittel des Käufers gefragt.

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