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Wolfgang Pfannenschmidt schrieb Heldenepos für Kinder : Er ist wieder zurück in Bützow

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Wolfgang Pfannenschmidt kehrt zurück nach Bützow. „Ich male mir meine Bilder selber“, heißt die Ausstellung, die morgen um 19 Uhr im Krummen Haus eröffnet wird.

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erstellt am 11.Jan.2011 | 11:24 Uhr

Mit einem Zollstock misst er genau nach, bevor er die orangefarbene Pappe mit den Zeichnungen im Bilderrahmen platziert. Wolfgang Pfannenschmidt ist zurück in Bützow. Morgen Abend um 19 Uhr wird seine Sonderausstellung im Krummen Haus eröffnet. "Ich male mir meine Bilder selbst" ist der ungewöhnliche Titel. Damit sich auch die Besucher an diesen Arbeiten erfreuen können, war gestern akribische Kleinarbeit angesagt.

Ein Büffel fliegt in der Luft, darunter Menschen. Eine andere Zeichnung zeigt einen Reiter und schwarze Männer mit Speeren. Auf einem anderen Bild sind eine Frau und ein Mann auf einem Feld und im Hintergrund Kinder. All diese Zeichnungen gehören zum jüngsten Literaturprojekt von Wolfgang Pfannenschmidt. "Soundjata" ist ein Heldenepos aus Westafrika und erzählt die Geschichte von einem Prinzen und der Gründung eines westafrikanischen Königreiches. "Die Geschichte spielt im 13. Jahrhundert", erklärt Wolfgang Pfannenschmidt, der eine besondere Verbindung zum schwarzen Kontinent hat.

Rückblende: 1968 reist der Bützower Wolfgang Pfannenschmidt nach Guinea um dort drei Jahre als Lehrer zu arbeiten. Dort lernt er Joseph Loua kennen, der ihm wunderschöne Märchen erzählt. Pfannenschmidt schreibt sie auf und bringt mit dem Kinderbuchverlag der DDR das Buch "Wie der Hase sein Schwänzchen wiedergewann" heraus. Der Verlag ist nun auch an einem Epos interessiert. Der Bützower kommt durch eine befreundete Familie an die Geschichte von "Soundjata" und übersetzt sie ins Deutsche. Was Pfannenschmidt und der Verlag nicht wissen. Ein anderer Verlag hatte die Geschichte bereits übersetzt. Also verschwinden Pfannenschmidts Aufzeichnungen in der Schublade.

Nach fast 40 Jahren hat er sie nun wieder rausgekramt. "Ich habe den Text in kindgerechter Form umgeschrieben", erzählt der 71-Jährige. Rund ein Jahr habe er daran gearbeitet. Vor allem in den Wintermonaten. Und wie bei fast allen seiner Buchprojekte in den zurückliegenden 15 Jahren, hat er die Illustrationen selbst angefertigt. "Ich kenne eine Reihe hervorragender Illustratoren, denen ich meine Texte anvertrauen würde. Leider könnte ich ihre Arbeiten nicht bezahlen", erklärt Wolfgang Pfannenschmidt. So war es bei seinem Buch "Die Rettung des Raupenmädchen Kribbel aus der Gefangenschaft der Spinne Kruku" und beim "Roten Elefanten". Ebenfalls Bücher für Kinder. Denn ein gutes Kinderbuch kann die Fantasie der Mädchen und Jungen beflügeln, "ihre menschlichen und charakterliche Entwicklung günstig beeinflussen", sagt Pfannenschmidt, der vor zehn Jahren als Leiter des Freizeit-Treffs Bützows in den Vorruhestand ging. Damals wohnte er schon mit seiner Frau zwei Jahre in Krakow am See, heute leben die Pfannenschmidts in Güstrow.

Dort erfüllte sich der dreifache Familien- und mehrfache Großvater noch einmal einen Traum: "Den vom Fliegen." Pfannenschmidt ist Mitglied im Aeroklub Güstrow, absolvierte 57 Stunden bei der praktischen Ausbildung und war mehr als elf Stunden in der Luft. "Ich war der älteste Flugschüler in MV." Ein Wermutstropfen: Jetzt hat man ihm mitgeteilt, dass er in seinem Alter keinen Flugschein mehr machen darf. Es sei zwar schon eine Enttäuschung, aber er bleibe dennoch dabei, denn die Gemeinschaft im Klub stimme.

Was noch nicht stimmt, ist das Ende von "Soundjata". Die Geschichte ist geschrieben, die Illustrationen fertig. "Aber es wäre schön, wenn ich einen Verlag finden würde, der das Buch auch druckt", sagt Wolfgang Pfannenschmidt. "Es geht nicht um mich, sondern es wäre ein Beitrag, der europäischen Kultur die afrikanische Kultur zu vermitteln." Afrika sei der "vergessene Kontinent", sagt der Güstrower, der nach wie vor für die Linke im Kreistag sitzt.

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